Jülich - Noch keine muslimische Bestattung in Jülich

Noch keine muslimische Bestattung in Jülich

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
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Eine separate Fläche für muslimische Bestattungen auf dem Friedhof ermöglicht eine Grabausrichtung in Richtung Mekka. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Eine separate Grabfläche für muslimische Bestattungen gibt es in Jülich schon seit einiger Zeit – genau genommen seit 2007. Bekannt scheint das kaum zu sein. Genutzt wurde die Fläche auf dem Friedhof Merscher Höhe bis dato nicht.

Aus aktuellen Anlass, der Änderung des Bestattungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen im Oktober vergangenen Jahres, informierte sich der Integrationsrat in seiner jüngsten Sitzung über die Möglichkeiten muslimischer Bestattungen in Jülich.

Neu ist, dass Bestattungen nicht erst 48 Stunden nach Eintritt des Todeszeitpunktes vorgenommen werden können, sondern – damit wird den muslimischen Gepflogenheiten entgegengekommen – schon nach 24 Stunden. Diese Ausnahme wird dann von der örtlichen Ordnungsbehörde, also der Stadt Jülich, erteilt, wenn der Tod von einem zweiten Arzt bescheinigt ist. Die Regelung dient dem Ausschluss eines Scheintodes, der verkürzten Frist wird eine weitere Prüfung vorgeschaltet.

Der 200 Quadratmeter große Friedhofsbereich in Jülich, der für muslimische Bestattungen seinerzeit reserviert worden ist, ist unberührt. Es hat noch keine Bestattungen an der Stelle gegeben. Die Grabstätten sind Wahlgrabstätten in der Größenordnung von 50 bis 60 Gräbern, sie sind für 30 Jahre zu erwerben. Nach Ablauf des Zeitraumes kann die Nutzung um weitere 30 Jahre verlängert werden. „Die Rechte zur Nutzungsverlängerung können übertragen werden“, informierte Heinz-Günther Ervens vom Bauverwaltungsamt, „das müssen nicht ausschließlich die Kinder oder Angehörige sein“.

Sollten Bestattungen zukünftig innerhalb von 24 Stunden stattfinden, könnten allerdings Probleme in der zeitlichen und praktischen Organisation mit der zweiten Leichenschau oder dem Grabaushub entstehen, wenn der Todesfall auf ein Wochenende fällt, merkt Ervens an. Eine rituelle Waschung des Leichnams wäre in Räumlichkeiten des Krankenhauses Jülich möglich oder bei einem Bestatter, der auf muslimischen Bestattungen spezialisiert ist. Ein Begräbnis des Toten im Leinentuch ohne Sarg, wie es im Islam üblich ist, kann ebenfalls auf Antrag stattfinden.

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