Nicht Hitlergruß, sondern „Sternschnuppen“ gezeigt?

Von: Michael Klarmann
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Aachen/Jülich. Weil er im Umfeld des Walramplatzes den Hitler-Gruß gezeigt haben soll, muss sich ein 21 Jahre alter Jülicher seit Mittwoch vor dem Landgericht Aachen verantworten. Der schon einschlägig aufgefallene Heranwachsende soll am frühen Sonntagmorgen des 25. September 2011 den verbotenen Nazi-Gruß gegenüber zwei Polizisten gezeigt haben.

Das Jugendgericht hatte ihn im Juli in erster Instanz wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu zwei Jugendarresten verurteilt. Das Urteil hatte er angefochten.

Hintergrund der Tat war der Verdacht, dass der Lehrling mit einem Kumpel, ein Tscheche, am Kulturbahnhof (KuBa) das Auto eines Besuchers demoliert haben soll. Daraufhin hatten Polizisten gegen 4 Uhr die Verdächtigen gesucht, wobei diese infolge vorangegangener Drohungen und Pöbeleien unter KuBa-Gästen und -Verantwortlichen schon namentlich bekannt waren. Die Polizisten fanden beide nahe einem Schnellrestaurant.

Nach einem Platzverweis soll der Jülicher den abfahrenden Beamten den Hitler-Gruß gezeigt haben. Ein Polizist bestätigte dies im Zeugenstand. Der damalige Begleiter, der junge Tscheche, sagte aber aus, sein Kumpel habe nicht den Gruß, sondern den Beamten „Sternschnuppen“ gezeigt. Das habe sich bei der Kontrolle, nicht bei Abfahrt der Polizisten zugetragen.

Der Prozess wird am 12. Dezember fortgesetzt. Dann werden zwei Polizisten aussagen, zudem will das Gericht Akten zu früheren Verurteilungen hinzuziehen. So wurde der 21-Jährige schon wegen des Zeigens von einem Hakenkreuz, der Veröffentlichung von Zitaten aus verbotenen Neonazi-Liedern und der Glorifizierung von Adolf Hitler im Internet zu einer Geldbuße verurteilt.

Auffällig geworden war er auch wegen versuchter Nötigung, als er mit Freunden am KuBa Besucher verfolgte, weil der 21-Jährige glaubte, sie hätten ihm Geld gestohlen. Ein Irrtum zwar, aber das Auftreten der teils vermummten Gruppe wirkte auf die Opfer so bedrohlich. Das Amtsgericht verurteilte den 21-Jährigen zu 400 Euro Geldbuße.

Nach Recherchen unserer Zeitung war er auch betroffen von der Polizeirazzia wegen des Verbotes der Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ im August.

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