Nicht genug geräumt: DKB lässt Busse stehen

Von: Franz Sistemich, Stephan Johnen und Christoph Lammertz
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Schnee draußen, Busse drinnen: Die DKB entschied Montagmorgen, aus Sicherheitsgründen zunächst einmal nicht zu fahren. Foto: Johnen

Kreis Düren. Der Entschluss, dass am Montagmorgen kein Bus der Dürener Kreisbahn das Depot an der Kölner Landstraße verlässt, fiel um 4.30 Uhr. Zuvor hatten sich alle Fahrer zur Lagebesprechung versammelt.

„Wir haben uns aus allen Daten, die zur Verfügung standen, ein umfassendes Bild gemacht. Angesichts der Straßenverhältnisse hätten wir unsere Kunden nicht hundertprozentig sicher transportieren können”, sagte DKB-Geschäftsführer Bernd Böhnke auf Anfrage der DZ. So begann für viele Schüler und Arbeitnehmer die neue Woche damit, dass kein Bus kam. Die Schulen wurden unterrichtet, und die Kreisbahn versuchte, ihre Fahrgäste über den Ausfall per Hörfunk zu informieren. Gegen 11 Uhr verließen die ersten Busse dann wieder das Depot. Der ÖPNV rollte langsam wieder an.

„Es wäre hilfreich gewesen, wenn die Straßen freigewesen wären”, sagte Böhnke. In vielen Kommunen habe die Arbeit der Räumdienste für den Einsatz von Linienbussen nicht ausgereicht. Auf vielen Streckenabschnitten gab es Schneeverwehungen. Ob die Busse am heutigen Dienstag das Depot verlassen, werde sich mit Blick auf Wetter und Straßenverhältnisse spätestens um 4.30 Uhr zeigen. „Wir wollen, dass Busfahren ein sicheres Fahren bleibt”, bittet Böhnke alle Kunden um Verständnis. Generell könne bei diesem „extremen Wintereinbruch” auch „kein Bus pünktlich fahren”. Das Personal der Leitstelle wurde am Montag verdoppelt - wohl auch, um die mehr als 1000 Anrufe von Kunden in den Morgenstunden zu bewältigen.

Die Straßenverhältnisse, die bei der DKB zur Einstellung des Busverkehrs führten, stellten sich für die Autofahrer offenbar als weniger problematisch heraus. Jedenfalls kam es nur zu vereinzelten Unfällen. Für Polizeisprecher Willi Jörres das „erfreuliche Ergebnis besonnener Fahrweise fast aller Verkehrsteilnehmer”. Nach dem frühen Wintereinbruch habe es offenbar auch schon einen Gewöhnungsprozess gegeben. Die Autofahrer kämen immer besser mit den Verhältnissen zurecht, sagt Jörres.

„Hauptverkehrsstraßen frei”

„Die Verhältnisse”, das sind auch viele Straßen, die nicht geräumt werden. „Wir machen das wie jedes Jahr: Wir machen die Hauptverkehrsstraßen und die Gefahrenstellen frei”, sagt Richard Müllejans, Leiter des Dürener Service Betriebs (DSB). Und das könne der DSB auch bei noch länger anhaltenden winterlichen Straßen weiter garantieren. Streusalz sei dafür in Düren noch ausreichend vorhanden.

Auch die Vorräte der Kreisstraßenmeisterei sind zwar etwas abgeschmolzen, aber noch ausreichend, hieß es vom Kreis Düren. Mit 1200 Tonnen Salz startete der Räumdienst in den verfrühten Winter, 450 Tonnen liegen derzeit auf Lager, 400 weitere Tonnen sind bestellt. Ab sofort werde mehr mechanisch geräumt, um besser mit dem Salz hauszuhalten.

Von einer „recht entspannten Lage auf der Schiene” sprach am Montag Ewald Pohe, Eisenbahnbetriebsleiter der Rurtalbahn. Nach „kurzen Anlaufverspätungen” rollten die Schienenbusse durchs Dürener Land. Kein Zug sei ausgefallen, aufgrund des gestiegenen Kundenaufkommens habe es manchmal Fahrten an der Kapazitätsgrenze gegeben. Zu kleineren Verspätungen könne es aber kommen, weil stellenweise die Zugführer an Bahnübergängen manuell die Fahrt freigeben müssen. Angesichts der Schneemassen funktioniere die automatische Freigabe der Schrankenanlagen nicht immer, weil die Pendelfüße der Schranken den Boden nicht berühren. Der Winterdienst leiste „harte Arbeit”, damit Weichen nicht vereisen und Bahnsteige gestreut werden. „Wir haben uns gut mit Salz eingedeckt”, blickt Pohe entspannt in die Zukunft.
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