Nicht alles ist zu beherrschen - Hochwasser beispielsweise

Von: jago
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Hochwasserschutz durch den Wasserverband Eifel-Rur: WVER-Dezernent Robert Steegmans informierte beim „Biergeflüster” des CDU-Ortsverbandes Jülich Stadtmitte-Heckfeld über das brisante Thema. Foto: Jagodzinska

Jülich. Die Einbindung der Bürger mittels Informationen zu aktuellen Themen und die Beantwortung offener Fragen ist die Intention des monatlichen „Biergeflüsters” des CDU Ortsverbandes Jülich Stadtmitte-Heckfeld.

Angeregt durch klimabedingte Hochwasserfälle und besonders über deren unangenehme Folgen im vergangenen November und Januar referierte diesmal Dezernent Robert Steegmans zum Hochwasserschutz durch den Wasserverband Eifel-Rur (WVER).

Nachhaltiger Schutz

Die Präsentation verdeutlichte den Umfang und die Betätigungsfelder des Verbandes, die Notwendigkeit effektiven Hochwasserschutzes, Strategien und Vorsorge sowie die Wirksamkeit der Talsperrenbewirtschaftung. Auf einer Fläche von 2087 Quadratkilometer mit 1600 Kilometern Fließgewässer ist der WVER für 1,1 Millionen Einwohner zuständig. „Nach akuten Vorfällen ist das Interesse an unserer Arbeit am größten”, berichtete Steegmans und verdeutlichte das „Konzept Nachhaltiger Hochwasserschutz”.

Naturkreislauf

Unter der Prämisse, dass „man nicht alles beherrschen kann” und Hochwasser „ein natürliches Ereignis im Naturkreislauf ist”, gibt es Maßnahmen, durch die sich die Schäden in Grenzen halten lassen. Das WVER-Konzept beinhaltet unter anderem die Renaturierung von Fließgewässern und die Schaffung von Rückhalteräumen; die Erstellung flächendeckender Gefahrenkarten und Vorhersagenverbesserung auch bezüglich kleinerer Gewässer stehen ebenso auf der Agenda wie die Intensivierung eines behördenübergreifenden Hochwassermanagements.

Keine Zweifel ließ der Fachmann an der Tatsache, dass trotz aller Verbandsanstrengungen persönliche Initiative unerlässlich sei: „Als Betroffener muss ich im Vorfeld die Schadenspotenziale so weit es geht selbst vermindern!”

Im Anschluss an den Vortrag stellten interessierte und akut betroffene Bürger Fragen wie „Was ist unter den aktuellen Voraussetzungen machbar?” Hierzu erfuhr man, dass ein Hochwasseraktionsplan erarbeitet wurde, der Brennpunkte ausweist.

Eine wichtige Frage, verbunden mit einem Dank an die vorbildliche Transparenz der WVER-Informationspolitik, bezog sich auf die Gefährdungshäufigkeit: „Hatten wir dieses Jahr ein Jahrhunderthochwasser?” Dies verneinte Steegmans ausdrücklich mit dem Hinweis auf statistische Auswertungen. Es sei etwa alle acht Jahre damit zu rechnen, dass das diesjährige Szenario sich wiederhole, was allerdings nicht ausschlösse, dass es bereits im kommenden Jahr erneut dazu kommen könne. „Reichen Rückstauklappen, oder was können wir mehr machen?”, fragte die Vorsitzende des Ortsverbands Margret Esser-Faber. Da diese Thematik originär im Zusammenspiel von Niederschlagsereignis und Kanalisationsvolumen angesiedelt ist, erfolgte kein Ratschlag des WVER-Dezernenten, der die Bitte der Fragestellerin, Informationen zu erteilen, „wenn wir unsere Schotten zumachen müssen” positiv beschied.
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