Aldenhoven - Neues Pflegeheim wird Aldenhovener Rat wohl weiter beschäftigen

Neues Pflegeheim wird Aldenhovener Rat wohl weiter beschäftigen

Von: ahw
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Aldenhoven. Als zur Sitzung des Gemeinderates Aldenhoven Mitte März bekannt wurde, dass das Projekt Seniorendorf an der Konrad-Adenauer-Straße einige Nummern kleiner ausfällt, verwunderte dieser Umstand und der barsche Ton einer Anwaltskanzlei aus Essen, die im Vorfeld versucht hatte, Ratsmitglieder unter Druck zu setzen, bei der Sitzung keinen Aufstellungbeschluss zu dem entsprechenden Bebauungsplan zu fassen.

Diesen Beschlussvorschlag zog Bürgermeister Ralf Claßen, der ebenfalls von dem Anwalt angegangen worden war, vorab zurück und kündigte eine rechtliche Prüfung der geänderten Planung an, die an Stelle der meisten Bungalows den Bau eines weitläufigen Pflegeheimes vorsah.

Wie es weiterging und „eine gewisse Entzerrung der Problematik“ erfolgte, wie es Bürgermeister Ralf Claßen formurlierte, schilderte er den Ratsmitglieder auf der jüngsten Ratssitzung ausführlich. Zwischenzeitlich hatte es unter anderem auch Gespräche mit Geschäftsführer Holzmann von der Gut Kötennich GmbH in Essen und Raoul Pöhler aus Aldenhoven gegeben, der seinerzeit das Projekt „Seniorendorf“ im Rathaus (!) präsentiert hatte.

Wegen erheblicher Planungsfehler, die sich offenbarten, ruderten Holzmann und Pöhler rasch zurück, entschuldigten sich für den barschen Tonfall der Anwaltsschreiben und kündigten neue, bebauungsplankonforme Pläne an, die tatsächlich Anfang Mai eingereicht wurden. Gleichzeitig betonten sie den Wert des Projektes für die Gemeinde Aldenhoven. Großen Wert legt Claßen vor allem auf die Feststellung, dass „Rat und Verwaltung sich korrekt verhalten haben“.

Von den ehemals 22 Bungalows, die an der Konrad-Adenauer-Straße entstehen sollten, sind in den aktuellen Plänen nur noch zwei übrig geblieben. Der übrige Bereich beherbergt ein über vier Gebäude verteiltes Pflegeheim einschließlich Restaurant und Beatmungsstation.

Den beteiligten Anwälten sei zwar zwischenzeitlich das Mandat entzogen worden, informierte der Bürgermeister, doch FWG-Sprecher Dieter Froning möchte deren Vorgehensweise mit Drohung und Nötigung nicht auf sich beruhen lassen, um allen Anfängen zu wehren. Froning hatte in der Märzsitzung beantragt zu prüfen, wie gegen die Anwaltskanzlei vorgegangen werden könne, die in ihren Schreiben unter anderem nicht unerhebliche Schadensersatzforderungen in den Raum gestellt hatte. „Der Rat ist bedroht worden, das machen wir nicht mit“, wetterte der Fraktionsvorsitzende, der noch einen Satz zu Protokoll gab: „Hier sind Grenzen überschritten worden.

Nach Worten von Bürgermeister Ralf Claßen sind einerseits noch nicht alle Prüfungen abgeschlossen, beispielsweise beim Städte- und gemeindebund, den die gemeinde ebenfalls eingeschaltet hatte. Andererseits bat Georg Krapp, CDU-Fraktionsvorsitzender und von Beruf Rechtsanwalt, darum, verschiedene Dinge abzuwarten und der Gegenseite noch Zeit einzuräumen.

Zugeklappt hat der Gemeinderat das Kapitel einer versuchten Erpressung damit allerdings wohl noch lange nicht.

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