Jülich - Neues Blockheizkraftwerk doch im alten Hallenbad Jülich

Neues Blockheizkraftwerk doch im alten Hallenbad Jülich

Von: -vpu-
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Willi Blick, Leiter Netzbetrieb bei den Stadtwerken Jülich, kontrolliert die neuen Module des Blockheizkraftwerks im Hallenbad. Foto: Uerlings

Jülich. Über 30 Jahre hatte das erste Blockheizkraftwerk im Jülicher Hallenbad „auf dem Buckel“. Das Ende der „Betriebslebensdauer“, wie die Fachleute formulieren, war nah. Daher war die Planung einer leistungsfähigeren Nachfolgeanlage vor drei Jahren durch die Stadtwerke Jülich nachvollziehbar – für manche aber nicht der vorgesehene Standort.

In unmittelbarer Nähe zur Stadtbastion St. Jakob sollte das neue Kraftwerk in einem eigenen Gebäude zu stehen kommen. Darüber entbrannten Diskussionen. Sie alle wären überflüssig gewesen, denn das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) ist zum Jahresende weder nahe der Bastion noch auf einem Alternativgrundstück am Berufskolleg in Betrieb gegangen – sondern wieder im alten Hallenbad.

Um dem Konflikt mit dem Denkmalschutz aus dem Weg zu gehen, hatte der kommunale Versorger auch ein Grundstück vom Kreis (Berufskolleg) gekauft. Wie kam es zu dem Sinneswandel? „Wir haben nach neuerlicher Abwägung der aktuellen Rahmenbedingungen in Bezug auf Technik, Energiebedarf und Kostenminimierung die Entscheidung getroffen, dass die alten geplanten Leistungen perspektivisch nicht benötigt werden“, sagt Jürgen Söbbing, Technischer Leiter und Prokurist der Stadtwerke Jülich.

Das ursprünglich geplante neue BHKW sollte nicht nur das Hallenbad und vorhandene Fernwärmekunden versorgen, sondern auch neue Kunden in der Umgebung, da ja über eine Bebauung von Grundstücken in der Nachbarschaft intensiv nachgedacht wird (zum Beispiel auf dem alten Realschulgelände). Inzwischen schätzen die Verantwortlichen des Versorgers den Markt aber anders ein: „Diese Gebäude werden dann dem Energiestandard zum Zeitpunkt ihres Baus oder ihrer Renovierung entsprechen. Dadurch wird der Energiebedarf dort wesentlich geringer sein, als bei den Gebäuden, die dort heute stehen“, erklärt Jürgen Söbbing weiter. Darüber hinaus sei noch „völlig ungewiss, ob und wenn ja welche Gebäude“ in der Nähe gebaut werden.

Kurzum: Die Stadtwerke haben‘s eine Nummer kleiner getan und zwei neue Blöcke à jeweils 140 Kilowatt eingebaut. „Damit decken wir den zu erwartenden Bedarf. Die Energieleistung wird auch für die kommenden Jahre völlig ausreichen“, sagt der Technische Leiter.

Den Grundstückskauf, der zumindest kurzfristig überflüssig war, bezeichnet das Unternehmen nun als „Option“. Mögliche „Areal-Entwicklungen“ könnten künftig sinnvoll mit dezentral erzeugter ökologischer Energie begleitet werden. Zu den Fernwärmeabnehmern des Blockheizkraftwerks gehören neben dem Hallenbad zum Beispiel die Stadtverwaltung, ein Ärztehaus oder das Einkaufszentrum Galeria Juliacum. Außerdem speist die Anlage Strom ins Jülicher Netz.

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