Neuer Rüstwagen erhöht Schlagkraft der Linnicher Wehr

Von: ptj
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Einsegnung der besonderen Art: Gemeindereferentin Marion Lahey steigt mit Hilfe von Stadtbrandmeister Theo Black auf die Stufe zum Führerhaus und schüttet einen ganzen Krug Weihwasser auf die Frontscheibe des neuen Rüstwagens. Foto: Jagodzinksa

Linnich. Im Rahmen des Linnicher Stadtfestes hatte der Löschzug Linnich I zur offiziellen Fahrzeugübergabe ins Feuerwehrgerätehaus eingeladen. Der Rüstwagen (RW) auf Allradfahrgestell und Aufbau von der Firma Iveco Magirus ersetzt fortan den Rüstwagen RW2 aus dem Jahr 1981.

Der Auftrag zur Beschaffung des technischen Hilfeleistungsfahrzeuges wurde im Rahmen des Brandschutzbedarfsplans nach Bereitstellung der notwendigen Haushaltsmittel und der erforderlichen Ausschreibungsformalitäten im Januar 2012 erteilt.

Geliefert wurde das Fahrzeug Ende Oktober 2013. Die Gesamtkosten für die Beschaffung belaufen sich auf knapp 490.000 Euro. „Dafür kriegen Sie in Linnich auch ein gediegenes Einfamilienhaus, mit dem Sie aber keine Rettungsdienste leisten können“, betonte Bürgermeister Wolfgang Witkopp. Er erinnerte an „einen der letzten großen Einsätze am Lidl-Markt, der dank der Feuerwehr und ihrer guten Gerätschaften recht glimpflich verlaufen ist“.

Lange Gästeliste

Lang war die Liste der auswärtigen Gäste: Neben den Leitern der Feuerwehren aus Jülich, Hückelhoven, Kelmis-Hergenrath in Belgien, Aldenhoven, Titz, der Löschgruppe Brachelen, Leitern der Nato-Feuerwehr Castle Gate und der Werkfeuerwehr von SIG Combibloc, waren Beauftragte aus dem Technischen Hilfsdienst, Malteser-Hilfsdienst, dem Deutschen Roten Kreuz und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft vertreten.

Blick in die Geschichte der Wehr

„Wir haben ein ausgesprochen gutes Verhältnis untereinander, das sich in Notsituationen bewährt“, unterstrich Witkopp. Der Linnicher Stadtbrandinspektor Theo Black holte zur Geschichte der Feuerwehr und ihrer Ausrüstung weiter aus. Schon zur Zeit des Wirtschaftswunders war ein Anstieg der Verkehrsunfälle zu verzeichnen, als Reaktion darauf setzte die Feuerwehr Rüstwagen zur technischen Hilfeleistung ein.

Erneut stiegen die Verkehrsunfälle zur Zeit der kommunalen Neugliederung an, da reichte die Ausstattung der Feuerwehr „bei weitem nicht aus“. Nach dem „Sinneswandel“ der Verantwortlichen und der Ausstattung mit deutlich leichteren und effektiveren Gerätschaften, gleichzeitig eine „Investition für die Zukunft“, sei der Einsatz hingegen „ganz unproblematisch“.

Zwei Kommunionkinder helfen

Gemeindereferentin Marion Lahey hatte erkannt, dass der Rüstwagen „wertvoll für Stadt und Kreis ist“. Zum ersten Mal war sie beauftragt, ein Feuerwehrfahrzeug einzusegnen. Hierbei assistierten die Jung-Blauröcke und Linnicher Kommunionkinder Marcel (11) und Justin (10) mit Kerze und Weihwasser in Händen. Segnen bedeute „gut sein“, etwa „wenn man durch Feuer gefährdeten Menschen hilft“, deutete Lahey die Segenshandlung. Nach einer Lesung aus dem Johannes-Evangelium und dem gemeinsamen Gebet des Vaterunser segnete die Mutter von vier Söhnen den Rüstwagen besonders engagiert ein. Sie stieg auf die Stufen zum Führerhaus und schüttete den Inhalt des Weihwasserkruges mit voller Wucht auf die Frontscheibe. Dafür erntete sie kräftigen Applaus.

Den obligatorischen überdimensionalen Schlüssel übergab Witkopp an Black, der ihn an Löschgruppenleiter Hans-Jürgen Schwarz weiterreichte. Zum Schlussakt des offiziellen Teils ließ letzterer das Martinshorn ertönen. Im Anschluss sorgt die Stadtgarde im Getränkewagen dafür, dass „der Bierfluss nicht stockte“.

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