Neuer Name „Landgemeinde Titz“?

Von: Volker Uerlings
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Alterspräsident Hartmut Wasserberg verpflichtete den alten und neuen Bürgermeister: Jürgen Frantzen. Foto: Uerlings

Titz. Jürgen Frantzen hat am Donnerstagabend zum zweiten Mal seinen Amtseid als Bürgermeister der Gemeinde Titz abgelegt. Der Christdemokrat hatte sich bekanntlich bei der einzigen Bürgermeisterwahl am 25. Mai mit knapp 60 Prozent der Stimmen gegen Fred Schüller (SPD) durchgesetzt.

Frantzen wurde von Hartmut Wasserberg (FDP), dem ältesten Ratsmitglied in Titz, vereidigt. Der alte und neue Verwaltungschef legte zum Start seiner zweiten Amtszeit seine Ideen für die nächsten sechs Jahre vor.

Der vergangenen „Epoche der Konsolidierung“ sollte nun eine „Epoche der Strukturentwicklung“ folgen. Frantzen regte unter anderem an, den Kommunalnamen zu ändern in „Landgemeinde Titz“ und als Anrainer von gleich zwei Tagebauen eine „Diskussion zur Gestaltung des Raumes“ nach der Kohleförderung anzustoßen. Ähnlich wie im Indeland sollte es auch die Auseinandersetzung mit der Entwicklung des „Hambach- oder Garzweilerlandes“ geben.

Bei der von vielen Regularien geprägten konstituierenden Gemeinderatssitzung folgten die Politiker dem Ersten Bürger sichtbar an einer Stelle: Sie widmeten einen Ausschuss der „Gemeinde- und Strukturentwicklung“. Ansonsten bleiben alle Fachgremien wie gehabt bestehen und verändern sich nur in der Mitgliederstärke.

Nahezu alle Entscheidungen an diesem Abend erfolgten einstimmig oder mit sehr großer Mehrheit. Bei einer Gegenstimme wählte der neue Rat auch die beiden stellvertretenden Bürgermeister. Erster „Vize“ ist Dieter Tambour (CDU), zweiter Vertreter Fred Schüller (SPD), die auf einer gemeinsamen Liste kandidierten. Im neuen Rat mit 27 Mitgliedern hat die CDU 13 Sitze und kommt auf die absolute Mehrheit, wenn der Bürgermeister mitstimmt. Frantzen warb aber für eine breit angelegte politische Arbeit: „Dies hat uns mit wechselnden Mehrheiten in den Jahren seit 2009 ausgezeichnet.“

Wohnkonzepte gegen Leerstände

Der Erste Bürger nannte eine Reihe von Einzelmaßnahmen, die in den nächsten Jahren die Strukturentwicklung voranbringen sollen. Beispiele sind das Dorfentwicklungskonzept für Jackerath inklusive „Dorfwerkstatt“ im Herbst, die Erschließung und Vermarktung des Titzer Neubaugebietes „Hinter den Gärten“ oder Gespräche mit den Vereinen über die zukünftige Nutzung des Rödinger Schulgebäudes nach Ende des Schulbetriebes.

Auch die energetische Sanierung des Primusschul-Standortes steht auf der Agenda, nachdem nun Klarheit bestehe. Eine wichtige Aufgabe sei es zudem, so Jürgen Frantzen, attraktive Wohnkonzepte zu entwickeln, um dem demografischen Wandel entgegenzutreten. Der zeige sich mancherorts bereits in Form von Leerständen.

Von Bedeutung ist für den Bürgermeister, das „Wir-Gefühl der Gesamtgemeinde“ zu stärken. Der Begriff „Landgemeinde“ werde „mittlerweile fast allerorts“ verwendet und sei eine sprachliche Klammer. Der Gemeinderat sollte ernsthaft diskutieren, ob eine Namensänderung in „Landgemeinde Titz“ den Charakter der ländlich geprägten Region mit vielfältigen Dörfern „viel treffender formuliert als die heutige Bezeichnung“.

Düppelsmühle identitätsstiftend

Der Bürgermeister dankte im Rat den Bauhof-Mitarbeitern und Ehrenamtlern der Feuerwehr für ihren Einsatz bei der Beseitigung der Unwetterfolgen Anfang der Woche. Und er warb dafür, den Wiederaufbau der Düppelsmühle als Gemeinschaftsaufgabe anzugehen. Sie sei identitätsstiftend.

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