Jülich - Neuer Campus der Fachhochschule ist fertig

Neuer Campus der Fachhochschule ist fertig

Von: Volker Uerlings
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Blick auf die Fassade des Haup
Blick auf die Fassade des Hauptgebäudes des neuen FH-Campus in Jülich. Foto: Volker Uerlings

Jülich. Eine neue Fachhochschule gibt’s nicht alle Tage. Die Stadt Jülich kommt nach genau 39 Jahren wieder in diesen Genuss, den sich Land und Bund noch in gemeinsamer Finanzierung sage und schreibe 87 Millionen Euro haben kosten lassen.

Inzwischen ist auch der Umzug abgeschlossen - mit einer Ausnahme: Die 40 Tonnen schwere Bleikammer, in der alles untersucht wird, was radioaktiv strahlen könnte, muss noch mit Spezialfahrzeugen knapp 300 Meter Luftlinie vom Ginsterweg in die Heinrich-Mussmann-Straße gehievt werden.

Die neue FH sieht von innen schon ziemlich bewohnt aus. Ein paar große Pflanzen schmücken die Eingangshalle. Und den Charme von offenporigen Betonwänden sollen schon bald viele große und kleine Bilder aufwerten. Einige hundert Meter Bildhalter-Leinen sind geordert. „Außerordentlich funktional” sollte es sein - mit dieser Maßgabe ging der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes an die Planung. Harald K. Lange, Aachener BLB-Niederlassungsleiter, erklärt als Bauherr warum: Die Räume sind so neutral und flexibel an neue Studieninhalte anpassbar. Damit trugen Auftraggeber und Architekten dem permanenten Wandel in der Wissenschaft Rechnung.

Jetzt zählt der äußerlich weiße Funktionsbau über 800 Räume, davon sechs Hörsäle und viele Laboratorien mit modernster Technik. Die Hörsäle in verschiedenen Größen zum Beispiel verfügen zwar alle noch über eine Tafel, aber eben auch über Leinwände und Beamer, die vom ausgeklügelten „Medienwagen” aus zu bedienen sind. Die Stühle für die Säle fehlen noch, aber wir haben ja auch noch etwas Zeit”, erklärt Campussprecherin Angelika Merschenz-Quack.

In den Büros ist die Ausstattung schon komplett, dort wird gearbeitet. Auch in der FH-eigenen Kindertagesstätte, dem „Wolkennest”, wo zehn Kinder betreut werden. Merschenz-Quack hat große Freude an den „Jung-Ingenieuren” ab vier Monaten: „Viele Frauen wissen gar nicht, dass es so was gibt und dass eine Schwangerschaft nicht das Ende der Studienpläne bedeuten muss.” Das Studienangebot am Standort Jülich konzentriert sich auf die technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen. „Wer hier in Jülich einen Abschluss macht, hat sehr gute Job-Perspektiven”, sagte der Aachener FH-Rektor Marcus Baumann bei einer Vorabbesichtigung des Neubaus vor einigen Monaten. Die aktuellen Zahlen unterstreichen das.

Die neue FH wurde ursprünglich konzipiert, um die Zahl der Studierenden von 1000 auf 1500 zu erhöhen. „Wir liegen vorläufig für das neue Semester bei 2500”, informiert Arnd Gottschalk von der FH-Pressestelle. Einige Nachzügler kommen bis zum Vorlesungsbeginn am 4. Oktober noch hinzu. Dieser Run aufs Studium in Jülich ist auch ein Grund dafür, warum es keine drei Tage nach Eröffnung der modernen Mensa auf dem Campus schon Vergrößerungspläne gibt. „Wir warten aber erst einmal ab, wie sich das im Normalbetrieb entwickelt”, sagt Campussprecherin Merschenz-Quack.

Im Moment ist die Bleikammer die größte Baustelle. Mehrere Millionen Einzelteile haben den Transport schon hinter sich. „Wenn wir alles selbst in Seidenpapier hätten einpacken müssen, wären wir heute noch dran”, sagt Angelika Merschenz-Quack. Diese Arbeit hat den 200 Festangestellten am Standort Jülich der Fachhochschule Aachen nämlich ein Unternehmen abgenommen, das alles in allem drei Wochen benötigte. Projektmanager Rüdiger Schäfer von eben jenem Spezialisten aus Mannheim (CML), der schon Staatsopern umgezogen hat, liefert die Daten: „5000 Kubikmeter Umzugsgut, das sind etwa 300 bis 400 Lkw-Ladungen. Und etwa 150 Tonnen Schwerlast. Außerdem, das ist interessant, etwa 2500 Liter Chemikalien.”

Wenn die Bleikammer am neuen Platz steht, ist wenigstens der Umzug schon mal geschafft.
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