Neue Wege in der Berufsvorbereitung: Schülerfirmen in Jülich

Von: ng
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Beate Wirth-Weigelt, Manfred Pelzer (stehend), Bürgermeister Heinrich Stommel sowie Frauke Schwietert unterzeichnen den Kooperationsvertrag, der Schülerfirmen den Weg zum Erfolg ebnen soll. Foto: Gottfroh

Jülich. Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages haben die Stadt Jülich, Vertreter der Agentur für Arbeit Düren und des Gymnasiums Zitadelle sowie der Schirmerschule ein neues, großartiges Projekt ins Leben gerufen: Mit Schülerfirmen wollen beide Schulen neue Wege in der Berufsvorbereitung beschreiten.

Um den Schülern so früh wie möglich ein Übungsfeld für das reale Arbeitsleben zu bieten, möchten die beiden Schulen Schülerfirmen gründen, in denen die jungen Menschen bei den ersten Schritten in Richtung Selbstständigkeit begleitet und unterstützt werden.

„Die Firmen bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, ihr Fachwissen in realen wirtschaftlichen Zusammenhängen anzuwenden und wichtige Schlüsselkompetenzen wie Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft und Teamfähigkeit zu verfestigen, was den späteren Einstieg in das Berufsleben erleichtern kann”, informierte Bürgermeister Heinrich Stommel vor der Vertragsunterzeichnung im Neuen Rathaus der Stadt.

Lokale Betriebe wurden bereits in der Aufbauphase zur Mitarbeit und Unterstützung der Schülerfirmen gewonnen, damit von Beginn an eine starke Verzahnung mit der Wirtschaft besteht. Sie werden ihre Kompetenzen und Ressourcen der Schule zur Verfügung stellen. Die Jugendlichen profitieren vom Know-How des Betriebs, indem sie Betriebsabläufe kennenlernen, die für die Schülerfirma relevant sind. Für die Betriebe eröffnet sich die Möglichkeit, passgenaue Auszubildende frühzeitig zu identifizieren und spätere Auszubildende näher kennen zu lernen.

Teamfähigkeit

„Die Schülerfirmen sind ein gutes Instrument für die jungen Menschen, um unternehmerisches Handeln zu üben und Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit zu lernen”, betonte Frauke Schwietert, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Düren, bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages.

Die Schülerfirmer werden aus jeweils 15, an der Mitarbeit in der Firma interessierten Schülern der jeweiligen Schule bestehen, beginnend mit Jugendlichen der Klassen 8 und 9.

Idee und Umsetzung

Die Schüler erwarten große Aufgaben: Zunächst müssen sich die Gruppen für eine Geschäftsidee und die Organisationsform des Unternehmens entscheiden. Anschließend muss das Unternehmen mit seinen Abteilungen und Funktionen organisiert werden; zudem müssen Sponsoren gefunden und Startkapital eingebracht werden.

In den Firmen stehen die Schüler - wie bei der Arbeit in einem realen Unternehmen - vor der Aufgabe, Dienstleistungen oder Produkte herzustellen und zu verkaufen sowie Geschäftsbeziehungen aufzubauen und zu unterhalten. Damit die Schülerfirma dauerhaft im Angebotskanon der Schule verankert ist, wird der Einstieg neuer Mitarbeiter aus den nachfolgenden Jahrgängen über „qualifizierende Module” vorbereitet.

Schirmerlädchen ausbauen

Beate Wirth-Weigelt, Leiterin der Schirmerschule, hat bereits Ideen, wie die Schülerfirma an ihrer Schule aussehen wird. Ihr Wunsch ist es, das bereits bestehende Schirmerlädchen auszubauen und zu professionalisieren. Auch der Aufbau eines Second-Hand-Ladens schwebt ihr vor. Manfred Pelzer, der die Berufs- und Studieninformationen am Gymnasium Zitadelle übernimmt hat noch keine konkreten Pläne, wie die Schülerfirma an dem Gymnasium aussehen wird. Er will den Schülern die Entscheidung überlassen.

Das gemeinschaftliche Projekt der Schulen mit der Stadt Jülich und der Agentur für Arbeit erstreckt sich zunächst über zwei Jahre. In der ersten Phase nehmen die Schirmerschule und das Gymnasium Zitadelle teil, geplant ist jedoch auch ein Einstieg weiterer Schulen.
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