Neue Transparenz, aber nicht beim Thema Castoren

Von: hfs.
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Viel Gesprächsstoff: FZ-Vorstandschef Prof. Dr. Wolfgang Marquardt und Aufsichtsrat-Vorsitzender Dr. Eugen Huthmacher (v.l.). Foto: hfs.

Jülich/Bonn. Viele gute Gespräche führen zu können, das wünschte der neue Forschungszentrum-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Wolfgang Marquardt seinen Gästen, die sich anlässlich des Jahresempfangs im Landesmuseum Bonn eingefunden hatten.

Im Mittelpunkt stand der Festvortrag von Prof. Dr. Rainer Waser, der sich in der Technologie der Zukunft widmete und einen Einblick in Gedächtniszellen für künftige Computerhirne möglich machte.

Als der neue FZ-Chef Marquardt zu seiner Begrüßungsrede ansetzte, merkte man ihm eine gewisse Nervosität an. Schließlich musste er erstmals die Rolle des Gastgebers übernehmen und eine hochkarätig besetzte Gästeschar begrüßen. So den Hochschulrat der RWTH Aachen, die Vertreter der Universitäten, der Ministerien von Bund und Land, der Europäischen Kommission, der Helmholtz-Gemeinschaft und Schüler der beiden Gymnasien von Haus Overbach und dem Mädchengymnasium Jülich, die, so Marquardt „hier sozusagen zu den Stammgästen zählen.“

Weiterhin anwesend waren die Bürgermeister Heinrich Stommel (Jülich) und Paul Larue aus Düren und die Mitglieder des Aufsichtsrates und des Wissenschaftlichen Beirates des FZ. Zuvor hatte sich der Aufsichtsrat zu seiner halbjährlichen Sitzung im Bundesministerium für Forschung und Bildung in Bonn getroffen, war dort vom Vorstand des Zentrums über die „Lage“ informiert worden. Offizielles drang dabei seitens des Vorstandsbüros nichts an die Öffentlichkeit. Dass Fragen zur aktuellen „Sicherheitslage“ von Zwischenlager und die möglichen Castoren-Transporte erörtert wurde, davon kann ausgegangen werden.

Auch zu Fragen von noch ausstehenden und von der Atomaufsichtsbehörde angefordert Prüfberichten. Ein Sprecher des Forschungszentrums äußerte lediglich, „dass aktuelle Updates auf der Tagesordnung“ standen. Doch davon war keine Rede, als Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Eugen Huthmacher das Wort ergriff. Er führte aus, dass sich ein Gedankenwechsel in Sachen Öffentlichkeitsarbeit vollzogen hat, weil Forscher mittlerweile sehr bemüht seien, ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit mitzuteilen. „Exzellenz und Verständlichkeit schließen sich nicht gegenseitig aus.“

So sei Verständlichkeit ein „Teil des Transparenzgebotes, natürlich muss der Öffentlichkeit auch immer wieder vermittelt werden, warum und wohin ein Großteil des Steuergeldes geht.“ Auf der anderen Seite machte Huthmacher die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit an die Wissenschaft deutlich. Ob es die Gesundheit, die Stadtentwicklung oder aber Fragen zur Energie seien, es wird immer wieder die Frage gestellt, ob man den Fortschritt bedarfsgerecht mitgestalten kann. Angesichts von fast acht Milliarden Menschen auf der Erde meinte Huthmacher wörtlich: „Unsere Biosphäre ist zwar begrenzt, nicht aber Forschung und Erfindergeist.“

So spannte er den Bogen zum Festredner Prof. Rainer Waser, Direktor des Peter Grünberg Instituts. Ein Wissenschaftler, der weltweit bestens vernetzt ist und weltweit als einer der meist zitiertesten Vertreter seines Forschungsgebietes gilt. 2014 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, dem wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland, ausgezeichnet, gab er einen kurzen Einblick in die „Ionenwanderung der Nanowelt“. Dabei spielen auch neuartige Computerbausteine für die „IT der Zukunft“ eine große Rolle.

Auch ist daran gedacht, später einmal diese Bauteile womöglich als künstliche Synapsen, die Knotenpunkten zwischen den einzelnen Nervenzellen des Menschen, für ein „Computergehirn“ zu nutzen. Doch wie weit man von diesem Zukunftstraum noch entfernt ist, macht ein Beispiel deutlich. Rainer Waser: „Der modernste Rechencomputer der Welt braucht zurzeit eine Rechenzeit von acht Stunden, um eine Gehirntätigkeit von einer Sekunde zu simulieren.

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