Neue Nord-VHS: Start in gut zwei Wochen

Von: Volker Uerlings
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Altes Schild, bestens bekannte
Altes Schild, bestens bekannter VHS-Leiter Günter Vogel, druckfrisches Programm: Die VHS Jülicher Land geht an den Start. Foto: Uerlings

Jülich. Die Bildungslandschaft ist im Umbruch. Nach den Sommerferien geht in Jülich nicht nur eine neue Schulform - die Sekundarschule - an den Start.

In gut zwei Wochen zum Semesterbeginn am 1. September gibt es auch noch eine neue Volkshochschule - und das nicht nur in Jülich, sondern auch in Aldenhoven, Linnich und Titz. Dabei ist weniger der Inhalt neu als die Form. Die VHS Jülicher Land ist das Ergebnis eines im Frühjahr eher stillen Prozesses der Neugliederung, die in Düren ihren Anfang genommen hat.

Die Kreis-VHS, die noch vor Wochen die Nordkreis-Kommunen außer Jülich versorgte, fusioniert mit der Dürener Stadt-VHS. Das deutete sich an, allerdings war die Jülicher Volkshochschule als dritte im Kreis über lange Zeit außen vor. In dieser Phase hatte Dezernent und VHS-Leiter Günter Vogel in Jülich die Idee, die bis 1985 währende Zusammenarbeit einer gemeinsamen Einrichtung im Nordkreis - damals noch ohne Titz - wieder aufleben zu lassen. Etliche Gesprächsrunden später stand fest, dass eine solche Konstruktion für alle an der Weiterbildung interessierten Menschen in Aldenhoven, Jülich, Linnich und Titz von Vorteil ist. Die Kommunen sparen dabei bares Geld.

Und so wurden noch vor der Sommerpause in allen betroffenen Kommunalparlamenten Fakten geschaffen - wir berichteten. Die „VHS Jülicher Land”, die übernächste Woche von den vier Bürgermeistern Lothar Tertel (Aldenhoven), Heinrich Stommel (Jülich), Wolfgang Witkopp (Linnich) und Jürgen Frantzen (Titz) offiziell aus der Taufe gehoben wird, ist ein Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit, die oft zitiert, aber noch selten praktiziert wird.

Im Flur der Jülicher VHS, die weiterhin Sitz der Geschäftsstelle sein wird, ist es in diesen Tagen eng. Denn die eilig noch umgestalteten Programme des zweiten Semesters 2012 stehen druckfrisch in etlichen Kartons. Da ist schon zu lesen: „Volkshochschule Jülicher Land - für Aldenhoven, Jülich, Linnich und Titz”. Den Titel ziert das Alte Rathaus der Herzogstadt, „das wird sich demnächst aber ändern”, kündigt VHS-Chef Vogel an. „Wir hatten genau drei Wochen Zeit, um die Programme zu ändern. Es hat funktioniert.”

Der neue Zuschnitt des Volkshochschul-Einzugsgebietes, das von 35.000 Einwohnern auf 70.000 in den vier Nord-Kommunen wächst, trägt auch einer „Abstimmung mit den Füßen” Rechnung. In der Vergangenheit wurden die Weiterbildungsangebote in Jülich nämlich zu etwa 70 Prozent von den Herzogstädtern allein genutzt. 22 Prozent stammten zuletzt schon aus Titz, Linnich oder Aldenhoven. Diese Klientel wählte für sich die „Kurse vor der Haustür”, da sie ansonsten nach Düren hätten fahren müssen.

Günter Vogel hat intensiv gerechnet und bei gleichbleibender Qualität, die sich künftig eventuell noch verbessert, geringere Kosten für alle Beteiligten ermittelt. Ein solches Angebot lässt sich schwer ausschlagen.

Die genauen Zahlen hängen von vielen Faktoren ab, klar aber scheint: Alle vier Städte und Gemeinden sparen jährlich eine mindestens vierstellige, vielleicht sogar eine fünfstellige Summe.

Die klammen Kommunen suchen Einsparpotenziale praktisch überall, im Fall der Volkshochschulen ist das allerdings nicht so einfach. Anders als Musikschulen oder Museen ist eine VHS in Nordrhein-Westfalen per Weiterbildungsgesetz Pflicht. Kreisfreie Städte (wie Aachen) müssen eine solche Einrichtung vorhalten, Kommunen über 25.000 Einwohner (wie Düren und Jülich) ebenfalls, wenn sie diese Aufgaben nicht an den Kreis abgeben, der auf jeden Fall für die Städte und Gemeinden unter 25.000 Einwohnern zuständig ist. Den „kleinen Kommunen” ist es unbenommen, eine Partnerschaft mit einer bestehenden VHS einzugehen. Die neue Volkshochschule Jülicher Land ist ein Beispiel.

Am personellen Sparkonzept aus „alleinigen Jülicher Zeiten” will der VHS-Leiter übrigens nicht rütteln. Die Anzahl der hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiter soll bis 2014 von 2,8 auf 2 sinken: zwei Stellen also, die neben den Mitarbeitern der Geschäftsstelle und den Zweigstellenleitern eine VHS für 70.000 Menschen managen.
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