Neue Medien und Gebärdensprache erleichtern das Leben

Von: Regine Beyß
Letzte Aktualisierung:
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Verständigung, die ohne Worte auskommt: In der Gebärdensprache unterhalten sich Gehörlose wie Petra und Peter-Paul Dickmeis aus Aldenhoven. Das Dorfgespräch können sie nicht mithören. Foto: imago/xinhua

Aldenhoven. Auf dem Land dient der wöchentliche große Einkaufsbummel seit jeher nicht ausschließlich der Versorgung mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Frischwaren. An der Ladentheke bekommen interessierte Bürger den neusten Klatsch und Tratsch mitgeliefert. Dank des berühmten „Hören-Sagens” bleiben sie so immer auf dem neusten Stand. Petra Dickmeis nimmt nie am Dorfgespräch teil.

Die 63-Jährige ist von Geburt an gehörlos. Mit ihrem gehörlosen Mann Peter-Paul lebt sie seit 40 Jahren in Aldenhoven.

„Die meisten Leute in unserer Umgebung wissen, dass wir nicht hören können”, erzählt Petra Dickmeis. „Aber es ist zu anstrengend für sie, sich mit uns zu unterhalten.”

Das Ehepaar verständigt sich mit Hilfe der Gebärdensprache. Darüber hinaus können sie Lippen lesen. Dafür muss ihr Gegenüber langsame und deutliche Mundbewegungen machen. Das Ehepaar kann sich artikulieren, doch es ist anfangs schwer, die gesprochenen Worte zu verstehen.

Die Betonung klingt mitunter sehr ungewohnt. „Es wäre schön, wenn einige Hörende die Gebärdensprache lernen würden, damit sich die Verständigung zwischen Hörenden und Gehörlosen besser wird”, sagt die Gehörlose.

Internet, Faxgerät und SMS sind ihre wichtigsten Kommunikationsmittel. In Emails von Bekannten erfährt auch Dickmeis das Neuste aus der Merzbachgemeinde. „Früher gab es diese tolle Möglichkeit nicht”, erinnert sie sich.

Sie und ihr Mann haben sich vor 43 Jahren noch Briefe geschrieben, um sich näher kennenzulernen. Heute sei wegen des Internets vieles leichter, doch der persönliche Kontakt mit Menschen dürfe nicht zu kurz kommen.

„Die meisten unserer Freunde sind auch gehörlos”, sagt Dickmeis ohne Bedauern. „Die Leben von Gehörlosen und Hörenden sind einfach zu unterschiedlich”.

Petra Dickmeis und ihr Mann haben gelernt, mit ihrer Einschränkung zu leben. Und auch der Einkaufsbummel ist für Petra Dickmeis kein Problem - selbst wenn sie nicht hört, wer oder was im Moment für neuen Gesprächsstoff in Aldenhoven sorgt.
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