Neue Kulturzentrale und leeres Kulturhaus

Von: Volker Uerlings
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Im Kulturhaus befindet sich die Museumsverwaltung, die in die Realschule zieht. Foto: Uerlings

Jülich. Die Stadt Jülich bekommt in einer ihrer zahlreichen alten Bildungseinrichtungen eine Kulturzentrale. In der früheren Realschule kommen neben der Volkshochschule Jülicher Land auch das Stadtarchiv als auch die Verwaltung des Jülicher Museums unter.

Was lange geplant war, wurde nun vom Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing beschlossen. Zuvor hatte die Stadtverwaltung die grundsätzliche Machbarkeit eingeräumt. Nebeneffekt: Das Kulturhaus am Hexenturm steht nach dem Auszug des Museums – mit Ausnahme der Stadtbücherei – in weiten Teilen leer und kann neu genutzt werden – vielleicht auch „artgerechter“.

Größter Profiteur der Neuordnung ist wohl das Stadtarchiv, das über zahlreiche Standorte in Jülich verteilt ist, unter Raumnot leidet und auch nicht für alle Archivalien die idealen klimatischen Bedingungen bieten kann. In der alten Realschule soll Archivar Dr. Horst Dinstühler zwei Bereiche erhalten: im Keller und im Erdgeschoss (siehe auch Info rechts). Dessen Bedenken zur Statik in der alten Schule seien nach Angaben eines Statikers, den die Verwaltung zitiert, ausgeräumt. Die Regale des Archivs könnten so angeordnet werden, dass die Tragfähigkeit nicht überschritten wird.

Die Verwaltung des Museums, die sich derzeit in mehreren Bereichen des Kulturhauses (samt Magazin) befindet, wird nach dem Verwaltungsplan im zweiten Obergeschoss der Realschule unterkommen: in acht ehemaligen Klassenräumen. Die Volkshochschule ist schon vor Ort und soll künftig komplett in dem Komplex Am Aachener Tor untergebracht werden.

„Wir sind sehr froh, dass endlich Klarheit in der Standortfrage herrscht. Das wird Jülich aufwerten und kann endlich auch die weichen Standortfaktoren nach vorn bringen“, freute sich VHS-Leiter Günter Vogel uneingeschränkt. Auch die Kunden zeigten in der Realschule „eine sehr hohe Zufriedenheit“, zumal es erstmals auch einen barrierefreien VHS-Bereich gibt.

Lob gab es von der großen Koalition. Elmar Fuchs (CDU) sprach von einem „zukunftsweisenden Schritt“, Harald Garding (SPD) sieht in der Lösung einen Beleg dafür, dass die Stadt „gut mit ihren Ressourcen und Liegenschaften umgeht“. Heinz Frey (Jül) sah das Konzept „nicht ganz als idealen Zustand“, letztlich gehe es aber nicht anders. Er fragte nach der Zukunft des Kulturhauses.

Beigeordneter Martin Schulz räumte ein, dass es noch kein fertiges Konzept gebe, sich aber Lösungen abzeichnen. Der Raum unten neben dem Eingang zur Stadtbücherei sei ideal für Veranstaltungen. Im ersten Obergeschoss ließen sich vielleicht „bestimmte Sammlungen unterbringen“, die nur bei bestimmten Führungen gezeigt werden.

Und im zweiten Obergeschoss wird über eine Verbindung zum Hexenturm nachgedacht, um zwei Vereinen Raum zu bieten, die daran interessiert seien: dem Kunstverein und der KG Ulk. Ausschussvorsitzender Peter Capellmann fasste zusammen: „Das Kulturhaus wieder als Stätte der Begegnung zu nutzen und nicht als Lager – da wollen wir wieder hin.“

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