Neue Jülicher Stadthalle mit leichten Hüllen?

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
13934342.jpg
Städtischer Besitz in der Düsseldorfer Straße: Die jetzige Stadthalle und die alte Schirmerschule gleich daneben könnten ab 2019 abgerissen und neu bebaut werden. Ein neuer Veranstaltungstempel in Jülich könnte im Brückenkopf-Park entstehen. Foto: Uerlings
13934354.jpg
Ist von der Denkmalschutzbehörde ohnehin nur geduldet und hat die beste Zeit hinter sich: Die Hauptbühne samt Kuppelzeltdach müsste weichen, wenn im Brückenkopf-Park ein Ersatz für die Stadthalle gebaut wird.
13934347.jpg
Wo früher Haus Hesselmann stand, wäre im Stadtgarten des Parks Platz für ein Event-Zelt.

Jülich. Aschermittwoch 2019 ist Schluss: am 6. März. Dann schließt die Jülicher Stadthalle wohl für immer ihre Pforten. Das ist ein paar Wochen später als bislang gedacht (Ende 2018) und ein kleines Zugeständnis an die Vereine in der Stadt, vor allem die jecken Vereine. In den zwei Jahren bis zu diesem Stichtag soll Ersatz geschaffen werden – an anderer Stelle.

Das sind die Pläne des Jülicher Bürgermeisters Axel Fuchs, die er auf Anfrage der Redaktion nannte. Er hat auch schon konkrete Vorstellungen, wo „danach“ in der Herzogstadt eine neue Bühne stehen könnte. Ihm schwebt eine Art großer Wurf mit leichten Hüllen vor: ein „Event-Zelt“ im Brückenkopf-Park.

Das alles sind zwar noch Luftschlösser, weil es weder Aufträge der Kommunalpolitik gibt noch Verantwortliche konkret darüber diskutieren konnten: zum Beispiel der Aufsichtsrat der Brückenkopf-Park gGmbH. Aber Axel Fuchs hat seine Ideen im Rathaus und in der Verwaltung der Park-GmbH schon vorgetragen. Man weiß Bescheid. Die ersten Reaktionen seien durchaus gut gewesen. Fuchs‘ entscheidendes Argument für ein „Event-Zelt“: „Es ist deutlich günstiger als ein Stadthallen-Neubau.“

Auf die Idee brachte ihn ein Eventveranstalter aus Jülich, der im Karneval aktiv ist. Gedacht ist an eine Konstruktion, die zum Beispiel mit dem Musical-Dome in Köln vergleichbar ist, nur viel kleiner. Entstehen soll also ein wetterfester und mithin ganzjährig zu nutzender „Veranstaltungstempel“. Fuchs sieht darin eine besondere Note: „Ich bin großer Freund der Event-Zelt-Lösung in Jülich. Das wäre auch ein Alleinstellungs­merkmal.“

Einen genauen Kostenvoranschlag hat er noch nicht, der Bürgermeister weiß aber so viel schon: „Die Kostenplanung der neuen Kultur- und Begegnungsstätte in Linnich liegt vor – bei 420 Sitzplätzen. Für Jülich müsste der Bau etwas größer sein und damit noch teurer.“ Linnich kalkuliert mit 1,8 Millionen Euro. Axel Fuchs glaubt, dass ein Event-Zelt in Jülich mit 500 bis 600 Sitzplätzen inklusive Bühnentechnik und Bestuhlung günstiger zu haben wäre.

Wenn diese neue Kuppel zum Beispiel im Stadtgarten-Gelände des Brückenkopf-Parks zu stehen käme, hätte das weitreichende Folgen und wäre vielleicht ein großer Wurf. Schließlich ist die jetzige Hauptbühne im Park nur als Provisorium geduldet, das laut Fachbehörde die Sicht aufs Denkmal Napoleonischer Brückenkopf verstellt. Zudem hat die Konstruktion von 1998 ihre besten Zeiten hinter sich und kommt als Ganzes für viele Unterhaltungsproduktionen nicht mehr in Frage. Ein „Event-Zelt“ an anderer Position, die vom Denkmalschutz gebilligt wird, löst diese Probleme. Das neue Stadthallen-Event-Zelt wäre auch die Spielstätte für den städtischen Park.

Ein denkbarer Platz ist zum Beispiel die Fläche stadtauswärts hinter der Rurbrücke, auf der einmal Haus Hesselmann gestanden hat. „Über den Vorschlag grundsätzlich und dann die Standortfrage müssen natürlich Geschäftsführung und Aufsichtsrat des Parks entscheiden. Die alte Hesselmann-Fläche wäre ein Vorschlag“, sagt Axel Fuchs.

Nicht zuletzt ließe sich ein Stadthallenersatz im Brückenkopf-Park auch „alternativ“ finanzieren: über ein Gesellschafterdarlehen von der Stadt an die Betreiber-GmbH. Das wäre mit Blick auf die Verbindlichkeiten so etwas wie rechte Tasche/linke Tasche, denn die Schulden würde nicht die Stadt selbst, sondern ihre 100-prozentige Tochter aufnehmen. Allerdings käme auch was rein, denn die Stadt will ihren Besitz in der Düsseldorfer Straße versilbern.

Stadthalle und alte Schirmerschule gleich daneben sollen veräußert, abgerissen und neu genutzt werden. Interessenten gibt es schon jetzt. Heute wird im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung ein Vorschlag der Seniorenquartiere Rheinland GmbH für die Grundstücke zu hören sein. Raoul Pöhler aus Aldenhoven trägt vor: „Objektvorstellung ,Jülich West‘. Neubau eines Pflegeheims, ambulante Wohngruppe und Seniorenwohnungen“ (Sitzungsbeginn 18 Uhr, Rathaus).

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert