Neue Impulse für Jülicher Brennstoffzellen-Forschung

Von: hfs.
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Noch bedarf es umfangreicher Forschungsaktivitäten, ehe Laborleiter Dr. Martin Bram (r.) eine weiterentwickelte Generation von Hochtemperatur-Brennstoffzellen vorstellen kann. Foto: hfs.

Jülich. Die Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) gilt in Österreich als Wegbereiterin für erfolgreiche Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Dabei wird allerdings nur anwendungsorientierte Grundlagenforschung gefördert.

Die wird zum Beispiel am Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung betrieben. Dort arbeitet man an neuen Brennstoffzellen für die Bordstromversorgung von Lkw. Diese Forschung wird künftig vom österreichischen Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsministerium über sieben Jahre lang gefördert. So wurde im Forschungszentrum erstmals ein Christian Doppler Labor eröffnet.

Der so genannte „Dopplereffekt“, benannt nach dem Österreichischen Physiker und Mathematiker Christian Doppler, wird zum Beispiel bei den berüchtigten Radarfallen angewendet. Er dient dabei zur Messung von Entfernung und Geschwindigkeit von bewegten Objekten. Auch Wetterradare oder die Radarerfassung von Flugobjekten nutzen den Dopplereffekt. Allesamt Erfindungen, die aus dem Grundlagenwissen des Mathematikers für die Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren herrühren. Seit 25 Jahren engagiert sich die CDG in der Grundlagenforschung, ist nun erstmals im Forschungszentrum aktiv.

„Die Einrichtung eines Christian Doppler Labors an einem deutschen Zentrum ist eine besondere Auszeichnung und setzt neue Impulse für die Jülicher Brennstoffzellen-Forschung“, begrüßte Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt die österreichischen Gäste anlässlich der Eröffnung und wünschte allen Beteiligten viel Erfolg bei der Kooperation mit den industriellen Partnern. Dies hob auch CDG-Präsident Prof. Reinhart Kögerler hervor. „Das neue Labor bietet österreichischen Unternehmen die Chance, marktfähiges Wissen auf höchstem Niveau zu akquirieren.“ Mit diesen arbeitet auch das FZJ schon lange zusammen, ebenso mit der Technischen Universität Wien, die ebenfalls mit im Boot ist, sich an den jährlichen Gesamtkosten von rund 500.000 Euro beteiligt.

Brennstoffzellen der neuesten Generation sollen, so das Ziel der gemeinsamen Forschung, künftig in Lkw betrieben werden. „Damit in Standzeiten auf den Rastplätzen die Motoren nicht im Leerlauf rotieren müssen, um zum Beispiel Kühlaggregate, die Standheizung oder die Kaffeemaschine mit Strom betrieben werden können“, sagte Laborleiter Dr. Martin Bram beim gemeinsamen Rundgang durch das neue Labor. Mit einer Leistung von einigen Kilowatt benötigten viele Lastkraftwagen genauso viel Strom wie ein Mehrfamilienhaus. Brennstoffzellen-Aggregate könnten beim Energiesparen helfen, denn sie arbeiten autark, sind deutlich sauberer, leiser und effizienter.

Langfristig planen die Forscher auch den Einsatz im Fahrbetrieb, um „elektrische Energie für Hybridfunktionalitäten bereitzustellen“, so Bram In Frage kommen dabei nur Hochtemperatur-Brennstoffzellen mit Festelektrolyt - elektrische Leiter, die unter anderem ohne teures Platin auskommt - weil sie die wirtschaftlichste Lösung sind. Im Fokus steht weiterhin die Frage der Haltbarkeit, denn die Brennstoffzellen altern noch zu schnell. Zudem haben Zellen auf dem aktuellen Entwicklungsstand den Nachteil, dass die Leistung zu rasch abfällt.

Dazu passend wurde den Gästen die im Institut entwickelte Hochtemperatur-Brennstoffzelle präsentiert. „Längst eine Erfolgsgeschichte“, sagte Dr. Martin Bram und erwähnte stolz die über 60.000 Betriebsstunden, welche die Zelle schon im Langzeitversuch durchgehalten hat.

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