Neue Impulse für die „Marke Jülich“

Von: ptj
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Hoch motiviert nach „Selbstfindungsphase“: In der 20. Mitgliederversammlung des Stadtmarketingvereins wird angeregt diskutiert. Foto: Jagodzinska

Jülich. Nach seiner „Selbstfindungsphase“ im Rechnungsjahr 2015 zeigte sich der Vorstand des Stadtmarketingvereins Jülich bei der 20. Mitgliederversammlung hoch motiviert.

Das „Problem der Selbstdarstellung neben dem städtischen Stadtmarketing“, das Vorsitzender Wolfgang Hommel benannte, werde künftig schon durch die städtische Umstrukturierung entschärft.

Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs legte dar, dass das neue Amt 12, das er zur „Chefsache“ erklärt hat, künftig „Stadtmarketing und Kultur“ umfasst. Wie bereits im Programm 2020 definiert, sei die „allumfassende Aufgabe von Stadtmarketing, die Marke Jülich nach vorne zu bringen“. Dazu zähle etwa die anstehende „Ehe“ mit Titz und Niederzier beim interkommunalen Gewerbegebiet Merscher Höhe.

„Auf der Agenda ganz oben“ stehe der soziale Wohnungsbau, ferner sei Jülich bereits beispielhaft als „demenzfreundliche Stadt“. Zentraler Aufgabenbereich sei die Innenstadt. So werde sich ab Oktober eine ehemalige Kollegin um das Leerstandsmanagement kümmern. Fuchs will hier besonders die Eigentümer zur Vermietung ihrer leeren Ladenlokale motivieren.

Lenkungskreis wird wiederbelebt

Wiederbeleben will Fuchs den großen Lenkungskreis Stadtmarketing aus 2011, der aus Mitgliedern aus Verwaltung, Fraktionen, Stadtmarketingverein und Werbegemeinschaft und ihm selbst bestehen soll, denn: „Mit Fantasie und vernünftiger Kommunikation kann man viel erreichen.“ Der Bürgermeister betonte die Einzigartigkeit von Festungsanlage und Brückenkopf-Park sowie die Tatsache, dass „wir aber so aufgestellt sind, immer in Zweifel zu ziehen, was wir haben“. Er versprach zudem, dass sich im Brückenkopf-Park „in den nächsten Jahren sehr, sehr viel tun“ werde.

Der Stadtmarketingverein, der naturgemäß „die Stadt bei der Umsetzung ihrer Ziele fördert“, will den Lenkungskreis neu definieren, wie Hommel es ausdrückte. Als langfristig wirksames Projekt nannte er das Thema Innenstadt, das „zuletzt vor 30 Jahr konzeptionell behandelt wurde. „Und das Ergebnis hat man jeden Tag unter den Schuhen.“

Die zentrale Frage sei: Was macht eine lebendige Innenstadt in zehn Jahren aus? Auch könne man es sich nicht mehr leisten, das bislang stets emotional diskutierte Thema der Befahrbarkeit des Marktplatzes mit dem Auto „zum Tabu zu erklären“. Weil Einzelhandel nicht mehr die tragende Rolle in der Innenstadtbelebung spiele, will der Stadtmarketingverein – nach ausgiebiger Diskussion in der Versammlung – einen Antrag an die Stadt stellen, einen Arbeitskreis zu diesem Thema zu bilden. Andere Vereine „dürfen das Anliegen gerne mittragen“.

Verbesserungsbedarf herrscht laut Hommel auch in der Vermarktung touristischer Ziele. Zum Thema „Anlaufstellen auf dem Weg“ schlug er die Bildung eines weiteren Arbeitskreises vor, der aus – gerne auch jüngeren – Einzelpersonen bestehen soll. Zunächst in drei Sitzungen, die im September, Oktober und November jeweils am letzten Donnerstag tagen werden, sollen „Ideen geschöpft“ werden.

Um das Stadtmarketing wieder „ins Bewusstsein der Jülicher zu bringen“, stiftet der Verein fortan einen Preis für „preiswürdige Aktivitäten“, der jährlich zum Jahresbeginn im Ratssaal verliehen werden soll. Vorschlagsrecht hat eine Jury aus Kuratoriums- und Vereinsmitgliedern, Bürgermeister und vorjährigen Preisträgern. Den ansprechenden Preis werden Pia von Ameln und Sunita Gupta gestalten, Designerinnen des Stadtlogos.

Der Stadtmarketingverein will die erfolgreiche Reihe der Stadtgespräche in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung fortführen. Ein Vorstandsprojekt sind informative Stellwände „auf der Achse Brückenkopf-Park und Zitadelle“, die mit Stadtplänen und Luftaufnahmen der großen Sehenswürdigkeiten versehen sind, damit sie „aus der Luft begreifbar werden“.

Ute Werner schlug in diesem Zusammenhang eine zeitgemäßere „Beacon-App“ vor, kleine Bluetooth-Sender, die mit Smartphones kommunizieren können. Diese Anregung nahm Sonja Aßmann von der „temedes GmbH“ auf, die auch die Internetseite des Stadtmarketingvereins neu gestaltet hat. Ihr schwebt die digitale Variante als Zusatzangebot vor.

Nicht zuletzt möchte der Stadtmarketingverein die „Zitadelle wieder ins rechte Licht rücken“. Die Pasqualinibrücke diene hierbei als Stativ, um Eingang und Flügel zu beleuchten. Die Finanzierung mit anderen Vereinen sei bereits sichergestellt.

Peter Boeken stellte den „New-Bi“-Stammtisch für (derzeit über 50) Neugründer in Jülich vor und lobte die inzwischen internationale Händlerschaft. Abschließend bewarb Projektmanagerin Beate Ortwein von der Pfarrei „Heilig Geist“ die „Citykirche“ mit spirituell/kulturellen Zusatzangeboten, die am 9. September im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“ an den Start geht.

„Nicht nur Städte, sondern auch Kirchen sind im Wandel und wollen den Nerv der Zeit treffen“, sagte Ortwein. Weil es im gesamten Kreis Düren bislang keine Citykirche gebe, würde dadurch auch „die Marke Jülich im weiteren Umfeld bekannt gemacht“.

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