Neue Flüchtlingswelle sorgt für Probleme

Von: Volker Uerlings und Guido Jansen
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Jülicher Land. Der Runderlass der Bezirksregierung Köln an alle Städte und Gemeinden, bis spätestens zum kommenden Mittwoch 70 zusätzliche Notunterkunftsplätze für Flüchtlinge zu schaffen, überfordert die Kommunen im Jülicher Land teilweise.

Bereits gefasste Pläne, wie die stetig steigende Zahl an Flüchtlingen mittelfristig bewältigt werden kann, sind entweder hinfällig geworden oder müssen viel schneller als geplant realisiert werden. Der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen unterrichtete nach dem Amtshilfeersuchen der Bezirksregierung sofort den kompletten Gemeinderat. „Ich weiß noch nicht, was wir machen. Wir haben am Dienstag im Rat ein Handlungskonzept vorgelegt, das einstimmig verabschiedet worden ist, und jetzt sieht die Situation schon wieder ganz anders aus“, sagte Frantzen.

Hoffnungen zerschlagen

Die Hoffnung, die die Flüchtlingsbeauftragten in den Gemeindeverwaltungen in Inden und Titz hatten, einen Teil ihrer Flüchtlinge wieder in Linnich unterbringen zu können, ist spätestens jetzt zerschlagen. Linnich hatte Plätze frei, weil der Stadt bisher aufgrund der vom Land betriebenen Notunterkunft in der ehemaligen Polizeischule keine neuen Flüchtlinge zugeteilt wurden, um die sich die Stadt selbst kümmern muss. Das ist seit Freitag anders.

Suche nach Matratzen

Es ist absehbar, dass die Stadt die freigewordenen Plätze im ehemaligen Warnamt Welz jetzt selbst braucht. Knapp 50 Plätze sind dort frei, denkbar ist auch, dass die Gesellschaftsräume ebenfalls genutzt werden können.

Stefan Helm, der Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Linnich, konnte am Freitag noch keine Aussage dazu treffen, wie der Runderlass der Bezirksregierung umgesetzt wird. „Ich telefoniere hier teilweise mit zwei Mobiltelefonen gleichzeitig“, sagte er. In den Telefonaten sei es aber noch nicht um Räume gegangen.

„Wir müssen gucken, ob es uns überhaupt möglich ist, genügend Material zu finden, um die neuen Flüchtlinge unterzubringen.“ Damit meinte er beispielsweise Matratzen oder zumindest Feldbetten. „Die neue Situation hat uns genau wie alle anderen Kommunen völlig unerwartet getroffen.“ Fakt sei aber, dass die Reserven an freien Räumen aufgebraucht sind, die Linnich theoretisch in der Hinterhand hatte.

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