Jülich - Neue Dokumentation der Zerstörung Jülichs erschienen

Neue Dokumentation der Zerstörung Jülichs erschienen

Von: ptj
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Haben an der Dokumentation mitgearbeitet: (v.l.) Lehrer Dirk Neumann, Filmemacher Klaus Kraft, Geschichtsvereinsvorsitzender Guido von Büren, hinter ihm Dezernentin Katarina Esser, Layouterin Susanne Richter, hinter ihr Beigeordneter Martin Schulz, Silvia Hamacher und Pastor Simon Diercks. Foto: Jagodzinska

Jülich. Ein Jahr nach der vierteiligen Gedenkveranstaltung unterschiedlicher Träger und Initiativen am 16. November 2014, als sich die Zerstörung Jülichs durch alliierte Luftbombardements zum 70. Mal jährte, ist ein ausführliches „Dokumentationsbüchlein“ mit integrierter CD und DVD erschienen.

Die Dokumentation mit dem Titel „Gedenken – Erinnerung – Mahnung“ gliedert sich mit entsprechendem Text- und Bildmaterial – darunter auch offizielle Ansprachen – in eben diese Unterpunkte. Als Punkt IV schließt sich ein Mitschnitt des Gedenkkonzertes mit Glockengeläut, Trauermotette und Requiem in der Propsteikirche an. Im ausführlichen Booklet sind auch die Namen der Konzertierenden aufgeführt.

Geschichtsvereinsvorsitzender Guido von Büren, schwerpunktmäßig für die Dokumentation verantwortlich, erinnerte an „überproportional viel Beteiligung“, am Gedenkstein an Zerstörung und Wiederaufbau auf dem Schlossplatz, im Pädagogischen Zentrum der Zitadelle, am Mahnmal für die ermordeten Jülicher Juden am Propst-Bechte-Platz und nicht zuletzt beim Gedenkkonzert. Bei viel Beteiligung sei der Multiplikationseffekt entsprechend größer. Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien „sehr positiv“ gewesen.

Als Sinn und Zweck der Dokumentation benannte von Büren die „Transparenz der Veranstaltung“ und die Erfüllung der „Chronistenpflicht“ für die Nachwelt. „Wir müssen neue Formen des Gedenkens finden, jüngere Leute ansprechen. Gedenken muss sehr reflektiert tun, das ist uns auch gelungen“, setzte er nach und nannte abschließend ein paar Zahlen: Die Vor- und Nachbereitungszeit mit einem Kernteam von etwa 20 Mitarbeitern, zuzüglich Schulen und Kirchen etwa 300 Leuten, habe jeweils rund ein Jahr gedauert. „Das hat auch den besonderen Reiz ausgemacht“, betonte der Historiker.

Abgabe gegen eine Spende

Die Dokumentation in einer Auflage von 500 Exemplaren wird gegen eine Spende an der Pforte des Neuen Rathauses, in der Tourist-Information auf dem Schlossplatz, im Infopavillon des Museums Zitadelle und in der Buchhandlung Fischer abgegeben. Durch ein umfassendes Sponsoring ist das Projekt bereits vorfinanziert. So kommen die Einnahmen vollständig der Bildungs- und Kulturarbeit mit Flüchtlingskindern und Kindern mit Migrationshintergrund in der Offenen Jugendarbeit in Jülich zugute.

Der Spendenzweck wurde bereits vor einem Jahr im Arbeitskreis beschlossen, wie Dezernentin Katarina Esser betonte. Sie unterstrich den Wert gemeinsamer Projekte und gemeinsamer Mahlzeiten, verbunden mit dem Austausch über verbindende Erlebnisse der Flüchtlingskinder.

Als weiterer Mitarbeiter an der Dokumentation sprach Dirk Neumann, Geschichts- und Englischlehrer an der Zitadelle, über die „fruchtbare Auseinandersetzung“ mit der Kriegsthematik und hob besonders die Zeitzeugenbefragung hervor. Das Videomaterial sei „sofort abrufbar“ für weitere Unterrichtsprojekte in den Klassen 9 und Q1.

Simon Diercks, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde, der bei der Andacht 2014 auf dem Schlossplatz passende Worte fand, hat es „am meisten berührt, mit den Zeitzeugen zu sprechen“. Als persönliches Fazit betonte der Geistliche: „Wie Gott doch immer einen Neuanfang möglich macht!“

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