Neue Dimension für Zuckerfabrik

Von: gep
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Richtfest in Jülich: Silo 5
Richtfest in Jülich: Silo 5 kann pünktlich zum Start der Rübenkampagne in Betrieb gegen. Foto: gep

Jülich. Die Zuckerfabrik Jülich kann zum Start der Rübenkampagne am 8. September das fünfte Silo, das rund 60.000 Tonnen Weißzucker fassen kann, in Betrieb nehmen.

Der zwölf Millionen Euro teure Bau von Silo 5 bedeute eine „neue Dimension” für den Standort Jülich, sagte am Mittwoch beim Richtfest Dr. Thomas Kuhlmann, Geschäftsführer Produktion des Branchenriesen Pfeifer & Langen (P & L) KG, die 2006 die Aktienmehrheit an der Zuckerfabrik Jülich AG erworben hatte.

Das 60 Meter hohe zylindrische Stahlbetonsilo wird dringend benötigt. Nicht nur, weil im Zuge des Rückbaus des Werks Elsdorf 45.000 Tonnen Lagerkapazität wegfallen. Sondern auch weil, so Kuhlmann, Zucker weltweit „ausgesprochen knapp” sei, da etwa die Chemieindustrie mehr nachfrage. Zudem sei der Markt volatil, auf diese Schwankungen müsse man logistisch reagieren.

Wie Horst-Wilhelm Mewis, Vorstandsvorsitzender des Bauherren Zuckerfabrik, erklärte, werden in Jülich im Jahr 1,5 Millionen Tonnen Rüben - 14.000 Tonnen pro Tag - zu 220.000 bis 280.000 Tonnen Weißzucker verarbeitet. Wie Dr.-Ing. Markus Lorenz, Technischer Werksleiter, erläuterte, reicht alleine der Inhalt von Silo 5 bei einem Zuckerkonsum von 30 Kilogramm pro Kopf und Jahr aus, um zwei Millionen Menschen zu versorgen.

Abnehmer der Ware sind die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie das P & L-Verpackungszentrum für Haushaltszucker in Elsdorf. In Jülich werden Raffinaden und Weißzucker in verschiedenen Körnungen erzeugt. Ausgeliefert wird in loser Schüttung und als Sackware an die weiterverarbeitende Industrie.

Um „Versorgungssicherheit” zu gewährleisten, müsse, so Lorenz, die Branche jedes Jahr das Problem lösen, dass Zucker in sechs Monaten produziert, aber zwölf Monate lang konsumiert werde. In Jülich wird ein Drittel der in der Kampagne verarbeiteten Rüben als Dicksaft gelagert und in den Frühjahrsmonaten zu Kristallzucker veredelt.

Das Projekt „Silo 5” sei, so der Werksleiter , unter „hohem Zeitdruck” realisiert worden. Es sei „Zentimeterarbeit” und machmal auch eine „Denksportaufgabe” gewesen. Vor 20 Monaten sei der Bauantrag bei der Stadt gestellt worden, vor einem Jahr mit der komplizierten Pfahlgründung begonnen worden, dabei seien zwei Bohrschnecken zu Bruch gegangen. In der 80 Zentimeter mächtigen Bodenplatte seien 200 Tonnen Stahl und 2000 Kubikmeter Beton verarbeitet worden. Im Gleitbau sei dann die 40 Zentimeter dicke Betonwand hochgezogen worden - 2,5 Meter pro Tag. Die Außenwand ist gedämmt und mit Trapezblechen verkleidet.

Innen ist das Silo mit Edelstahlblech ausgekleidet, Temperatur und Feuchte können reguliert werden. Befüllt wird der Behälter über neun Rohre im Kegeldach, dessen Tragkonstruktion 32 Holzbinder aus österreichischer Fichte bilden. Bedacht ist es mit verzinktem Material. Von dort, so Lorenz, habe man einen „herrlichen Blick” über die Region, wo die Zückerrübe an- und Braunkohle abgebaut wird. Das markante Silo selbst gehöre nun zur „Skyline” der Stadt Jülich.
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