Linnich/Gereonsweiler - Neue Bürgerinitiative gegen Windkraft in Gereonsweiler

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Neue Bürgerinitiative gegen Windkraft in Gereonsweiler

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
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Windräder nahe Gereonsweiler: Eine Bürgerinitiative will weitere 21 Anlagen verhindern. Sie wird morgen gegründet. Foto: Jonel

Linnich/Gereonsweiler. Wie es ist, mit Windkraftanlagen vor der Haustür zu leben, diese Erfahrung machen die Gereonsweiler seit Jahr und Tag. Und sie haben es bislang weitgehend geduldig ertragen. Die Dreiflügler stehen allesamt im Norden des Ortes, auf dem Gebiet der Stadt Geilenkirchen.

Nun aber, mit der Aussicht auf Erschließung der Windkraftkonzentrationszone, die die Stadt Linnich um Gereonsweiler abgesteckt hat, hat das duldsame Hinnehmen ein Ende. Der Widerstand gegen die Pläne, 21 Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 135,5 Metern zu errichten, hatte sich schon bei der Informationsveranstaltung abgezeichnet, in der Stadtverwaltung und das Büro von der Heide im Juni die Pläne vorstellten.

An gleicher Stelle, also wieder in der Bürgerhalle, soll am morgigen Donnerstag, 19.30 Uhr, der Widerstand gegen die Windkraftpläne eine Speerspitze erhalten. „Wir wollen eine Bürgerinitiative gründen, aber nicht auf Vereinsbasis“, erklärt Stanislav Karlowicz, gemeinsam mit Hans Lehnen und Frank Engelen einer der treibenden Akteure der Idee. Über eine BI, so die Überzeugung, ließen sich Aktionen besser und zielgerichteter umsetzen.

Daher ist der wichtigste Punkt neben der Wahl eines BI-Vorstandes der erwartete Vortrag von Justus Peters. Der Rechtsanwalt wird erste Schritte darlegen, die die BI gegen die Pläne unternehmen könnte. „Wir gehen davon aus, dass wir schnellstmöglich Einwände einreichen müssen“, meint Karlowicz vorausschauend. Ansatzpunkte könnten diverse Gutachten in den Planunterlagen bieten, die auf Schwachstellen abgeklopft werden müssten.

Gründe gegen den „Bebauungsplan Nr. 6“, der die Schaffung von 21 Windkraftanlagen vorsieht, gebe es genügend, sagt Hans Lehnen. „Wir sind schon stark betroffen“, weist er auf die bestehenden Windkraftanlagen auf Geilenkirchener Seite hin. „22 stehen bereits, da kommen vier weitere hinzu, von denen eine noch in Bau ist. Und die drei Neuen können wir deutlich hören.“ Schallbelastung gäbe es in Gereonsweiler mit diesen Windkraftanlagen und der Bundesstraße 57, die den Ort durchschneidet, eh schon genug.

Es wurmt alle drei, dass die Umsetzung auch der Gereonsweiler Windkraftpläne begründet werde mit dem Hinweis auf den Windenergieerlass des Landes. Demnach müssten zwei Prozent einer kommunalen Fläche für Windkraft ausgewiesen werden. „Mit Körrenzig-Kofferen-Hottorf und Boslar sind wir in Linnich schon über vier Prozent an zur Verfügung stehen Windkraftflächen.“ Kämen die Gereonsweiler WKAs hinzu, werde an der 8-Prozent-Marke gekratzt – die Landesvorgabe also um das Vierfache übertroffen.

Geradezu empört sind Engelen, Karlowicz und Lehnen über einen weiteren Aspekt: „Bei diesen Anlagen spielen ökologische Belange keine Rolle.“ Über die Feststellung des Naturschutzbundes NABU, dass sich unter der Vielzahl der Tier- und Vogelarten eine Reihe von geschützten Arten befände, gingen die Planer mit dem lapidaren Hinweis hinweg, für diese Arten, etwa den Kiebitz, ließen sich Ausweichflächen finden.

Dass nach der Kommunalwahl 2014 die zuvor vereinbarte Höhenbegrenzung der Hottorfer Windkraftanlagen auf 150 Meter zurückgenommen und um über 30 Meter auf 185 Meter angehoben wurde, haben die Gereonsweiler nicht vergessen. „Eine Unterschriftenaktion wäre wichtig, damit die Stadt sieht, dass nicht Einzelne gegen die Pläne sind, sondern viele“, sagt Hans Lehnen.

Nähere Informationen hält Stani Karlowicz,Töpferstraße 35 in Gereonsweiler, bereit, E-Mail: ­St.Karlowicz@web.de; 02462/1029.

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