Neubaugebiet Ölmühle kommt ans Kanalnetz

Von: hfs.
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Trotz des Schneetreibens wurde auch gestern an der neuen Pumpstation an der Kuhlstraße gearbeitet. Foto: hfs.

Jülich. Rund 200 Kilometer lang ist das Jülicher Kanalnetz. Und es wird in den kommenden Wochen um gut 400 Meter „verlängert“. Denn im neuen Baugebiet Ölmühle sind die ersten Arbeiten angelaufen, um dort künftig etwa 36 Einfamilienhäuser an die Kanalisation anzuschließen. Natürlich im Rahmen eines mit der Bezirksregierung abgestimmten Abwasserbeseitigungskonzepts, das der Stadt Jülich im laufenden Jahr rund 2,5 Millionen Euro an Kosten abverlangt.

„Dieses Abwasserkonzept haben wir nun für die nächsten sechs Jahre fortgeschrieben“, sagt Robert Helgers, Leiter des Jülicher Tiefbauamtes. Ihm zur Seite steht Stefan Sistemich. Der 50-jährige Bau-Ingenieur kennt sozusagen jeden Kanaldeckel in Jülich mit Namen, schließlich ist er mit Jülichs „Unterwelt“ bestens vertraut.

Die wird in den kommenden Monaten sukzessive im Rahmen des Abwasserbeseitigungskonzepts auf Vordermann gebracht. „Beziehungsweise die Arbeit sind schon erledigt“, nennt Helgers Straßenzüge wie Märkische Straße, Schlesische Straße oder Marienhof, wo mittels Inlinerverfahren die Kanäle in Ordnung gebracht wurden. „Das Inlinerverfahren ermöglicht es, dass Kanäle saniert werden können ohne zu graben“, sagt der Leiter des Tiefbauamtes.

Die einzigen offenen Stellen sind die bereits vorhandenen Kanalschächte, durch die ein Kunststoffschlauch von Schacht zu Schacht gezogen wird. Der wird anschließend mit Wasserdampf erhitzt und dehnt sich somit im Rohr aus. Durch diese Ausdehnung legt sich der mit Epoxydharz getränkte Kunststoffschlauch an das vorhandene Kanalrohr an und verschließt somit die vorhandenen Schäden im Rohr. „Mit diesem Verfahren können aber nur Risse oder kleinere Absenkungen verschlossen werden. Bei Ausbrüchen muss aufgegraben werden“, erläutert Sistemich das gängige Verfahren.

Für die in 2013 veranschlagten 2,5 Millionen Euro werden unter anderem die Linzenicher Straße, die Kuhlstraße, die Theodor-Körner Straße, Gerberstraße oder aber der Kanal auf der Jan-von-Werth-Straße saniert. Zu den größten Projekten zählt der Bau einer neuen Pumpstation an der Kuhlstraße, wo über 100.000 Euro investiert werden müssen. Da in Teilbereichen der Stadt Jülich das so genannte Trennsystem – Schmutz- und Regenwasser werden durch separate Kanäle geleitet – vorherrscht, fallen bei Sanierungsmaßnahmen auch doppelte Kosten an.

„Wohin mit dem Regenwasser? Diese Frage stellt sich zuallererst, wenn ein neues Baugebiet ausgewiesen werden soll“, nennt Helgers die zentrale Frage, wenn es um die Beseitigung des Oberflächenwassers geht. Grundsätzlich könne dieses mit dem Schmutzwasser zusammen in die Kläranlage geleitet werden. Aber nur grundsätzlich. Zwar würde der Kanal durch das mitgeführte Regenwasser besser gereinigt. „Aber dann würde unsere Kläranlage nicht mehr funktionieren. Denn die Bakterien brauchen einen gewissen Verschmutzungsgrad“, weist der Leiter des Tiefbauamtes auf die wichtige biologische Stufe im Klärprozess hin.

Was den neuen rund 400 Meter langen Kanal – hinzu kommen noch die jeweiligen Stichkanäle für die Hausanschlüsse – im Baugebiet Ölmühle anbelangt, wird das Schmutzwasser in den Kirchberger Sammler geführt. „Das Regenwasser verbleibt auf den Grundstücken“, erläutert Sistemich ein Verfahren, das bereits im Baugebiet Lindenrondell erfolgreich angewandt worden ist. Wenn die Kanalarbeiten im neuen Baugebiet abgeschlossen sind und die Baustraße fertig ist, fangen die Brückenbauarbeiten an der Aachener Straße an.

Denn von dort geht es in Höhe der ehemaligen Ölmühle über die Jülicher Ausfallstraße ins neue Baugebiet, das dann später sowohl stadteinwärts- als auch -auswärts mittels einer Linksabbiegespur angesteuert werden kann. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 150.000 Euro.

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