Jülich - Natürliche Verbindung zwischen Pferd und Mensch stärken

Natürliche Verbindung zwischen Pferd und Mensch stärken

Von: ma.ho.
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Bei der Morgenarbeit mit dem Pferd bereitet die Jülicher Reittherapeutin Marie Maßmann den Vierbeiner auf die Arbeit mit den Klienten und Schülern vor. Aufmerksam verfolgten die Teilnehmner den Ausführungen der Jülicherin (l.). Foto: Horrig

Jülich. Die Morgenarbeit mit dem Pferd sowie die natürliche Pferd-Mensch-Bindung standen im Mittelpunkt einer Präsentation des Reit- und Fahrverein Hippophilos Jülich, die auf der Reitanlage der Familie Maßmann stattfand.

Auf Einladung von Marie Maßmann, Trainerin und Reittherapeutin, trafen sich 21 Teilnehmer aus Dortmund, Bonn, Düren und Jülich, um ihr bei der Morgenarbeit am Pferd zuzuschauen.

„Die Morgenarbeit ist ein in der Reiterwelt üblicher Begriff für die Arbeit am Morgen mit Schulpferden ohne Publikum oder Schüler. Während der Morgenarbeit hat der Ausbilder die Möglichkeit, seine Pferde für die Arbeit mit den Klienten und Schülern vorzubereiten“, so die Reittherapeutin. Wesentliche Grundsätze ihrer Arbeitsweise legte sie den Teilnehmern offen. Dabei stellt die natürliche Pferd-Mensch-Bindung einen Teil ihres Ausbildungskonzeptes dar, eines Konzeptes, das der Frage nachgeht: „Was verbindet Pferd und Mensch ohne Zutun?“

Pferd und Mensch sind soziale Wesen und kommunizieren über Körpersprache und Gefühl, wobei man zwischen einem direktem Gefühl (Berührung) und der mentalen Stimmung unterscheidet. Ein weiteres Beispiel dieser Verbindung „Menschen und Pferde“ zeigt die Reaktion auf einen Focus. Wenn ein Gruppenmitglied auffällig in eine Richtung sieht, so wenden alle anderen Gruppenmitglieder ebenfalls ihren Kopf in diese Richtung. Auch Pferde reagieren ebenfalls auf den Focus dieses einen Menschen.

„Alle natürlichen Gesetze unserer Erde wie zum Beispiel keine Anspannung ohne Entspannung gelten für Pferd und Mensch gleichermaßen“, betont Maßmann. Der unmissverständliche Umgang mit Pferden erfordere die Besinnung des Menschen auf seine natürlich angelegten Fähigkeiten zur Authentizität. Folglich lädt die Arbeit mit dem Pferd zu einer Arbeit an sich selbst ein. „Ein wesentlicher Bestandteil meines Ausbildungskonzeptes ist die Bedeutung des Raumkonzeptes für die Schulung von Reitern und Pferden.

Dabei geht es darum, den Raum zu bestimmen, anstatt direkte Impulse auf das Pferd zu richten. Durch die Bestimmung des Raumes entsteht für die Pferd-Mensch-Bindung ein unabdingbares Fundament partnerschaftlichen Miteinanders. Der Mensch gewinnt an Führungsqualitäten und das Pferd folgt ihm ohne Zwang und Druck – allerdings auch – und das ist ganz wesentlich – ohne den Einsatz von positiver Verstärkung in Form von Belohnung durch Futtergabe“, so die Jülicherin. Die Pferde sollen weder Kunststückchen machen noch handelt es sich bei Maßmanns Ausbildungsmethode um Konditionierung.

„Meine Pferde leisten lediglich solche Bewegungsabläufe ab, die ihrer natürlichen Veranlagung als Flucht- und Herdentier entsprechen“. Eine zentrale Lektion bildet hierbei die Piaffe. Sie gilt als Schlüssellektion zur Förderung der Versammlungsfähigkeit des Pferdes, wobei das Pferd mit minimalem Raumgewinn trabt. Die so erzielte Kräftigung der Gelenke der Hinterbeine soll das Pferd bei der Ausbalancieren des Reitergewichts unterstützen. Sitzt der Reiter auf dem Pferderücken, ist dieser durch die Piaffen-Arbeit so vorbereitet, dass er das Reitergewicht gut tragen kann. Ein wesentlicher Tierschutzaspekt, den jeder beachten sollte, der versucht eine Bindung Pferd-Mensch zu schaffen.

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