Nationalhymne wird Glaubensbekenntnis

Von: ptj
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Ein detailreich vorbereiteter Gottesdienst steht an erster Stelle am St. Patrick‘s Day, gefolgt von der Feier. Foto: Jagodzinska

Jülich. „In the name of the Father, and of the Son, and of the Holy Spirit. Amen“. Die zum Kreuzzeichen gesprochenen Worte hören Christen in Deutschland selten in englischer Sprache. Anlass war der sogenannte „Evensong“, eine Abendandacht zu Ehren des Heiligen Patrick, Patron und Apostel Irlands und Patron einiger kanadischer Diözesen und Gemeinden.

Zum vierten Mal feierte Propst Josef Wolff mit Ferdinand Piel, Messdienern und Lektoren einen feierlichen und detailreich vorbereiteten St. Patrick-Gottesdienst in englischer Sprache in St. Franz Sales. Hintergrund der Ortswahl war ursprünglich die unmittelbare Nähe des Kirchengebäudes zum Lynch‘s Irish Pub, denn für den Iren gehören Kirche und Pub zusammen, vor allem zu St. Patrick.

Auf den Stufen zum Altar war die irische Flagge ausgebreitet, die symbolhaften „Shamrocks“ (Kleeblätter) schmückten die Kerzen auf dem Altar. Weihrauch wurde gespendet, die Farbe der liturgischen Gewänder war grün, genauso wie einige Accessoires der Gottesdienstbesucher. Zu den gemeinsam gesungenen Liedern zählte „This day God gives me“ – die Melodie ist aus „Morning has brocken“ von Cat Stevens bekannt – wird aber St. Patrick zugeschrieben. „God the Spirit, Guide and Guardian“ heißt der englische Text zur Melodie von „Ode an die Freude“. „Praise the Lord, you heavn‘ns, adore him...“ wurde zur gleichen Melodie wie die deutsche Nationalhymne gesungen.

Beziehung zu Jesus

Gemeinsam gebetet wurden neben den liturgischen Antworten der Gemeinde das „Our Father“ (Vaterunser) nach einer neuen Übersetzung des englischsprachigen Liturgiekonsiliums und „Hail Mary“ (Gegrüßet seist du Maria). Anstelle einer Predigt sprach Kanada-Liebhaber Ferdinand Piel über die Auswanderung der von Hunger geplagten Iren nach Kanada und die Entstehung von Baseball oder Softball aus dem traditionellen „stone throwing“ (Steinewerfen).

Dann gelang ihm die Kurve zu einem klaren persönlichen Glaubensbekenntnis: „I love Jesus. I talk to him. I spend time reading and studying the Bible...“ (Ich liebe Jesus. Ich spreche zu ihm. Ich verbringe Zeit damit, die Bibel zu lesen und zu studieren...) Piel motivierte dazu, eine in guten und schlechten Zeiten stabile Beziehung zu Jesus aufzubauen, der „mit dir auch durch gefährliche und dunkle Zeiten geht“. Im Anschluss an den „Evensong“ ging die kleine Gemeinde aus rund 25 Teilnehmern diesmal aber nicht ins Pub. Sie blieb zum gemeinsamen Austausch zu Wein, Saft und Knabbereien gleich im Gotteshaus und prostete sich „Happy St. Patrick‘s Day“ zu.

Vorschläge zur St. Patrick‘s Feier im nächsten Jahr wurden gemacht, da das Fest auf einen Samstag fällt. Dazu zählte die Vorführung eines irischen Films im Kuba nach dem Gottesdienst. Ein Beispiel ist der oskarwürdige Independentfilm „Once“ von John Carney. Es gibt zwar wenige Iren oder irisch-stämmige Menschen in Jülich. Doch da englischsprachige Gottesdienste für alle der Sprache mächtigen Christen interessant seien, will man die irische Tradition in Jülich auf jeden Fall weiter verfolgen und zukünftig im Vorfeld stärker bewerben.

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