Nahversorgung in Siersdorf stirbt: Apotheke schließt

Von: Adi Zantis
Letzte Aktualisierung:
aposiersdorf
Die Siersdorfer Adler-Apotheke schließt Ende Mai. Nach 25 Jahren ist für den Apotheker Hans-Josef Wirz Schluss. Davon betroffen sind auch seine Mitarbeiter Sylvia Lenzen (rechts) und Martina Thoma. Foto: Zantis

Siersdorf. Unaufhaltsam schreitet in Siersdorf der Prozess einer schwindenden Rundumversorgung der Bevölkerung fort. Wenn jetzt Ende Mai auch noch die Adler-Apotheke schließen wird, ist das ein besonders harter Einschnitt.

Mit dem Erreichen der Altersgrenze ist das für Apotheker Hans-Josef Wirz in seinem Berufsleben natürlich auch ein bewegender Moment. 25 Jahre lang - seit Januar 1985 - hat er in der Bettendorfer Straße zu den Patienten einen persönlichen Kontakt aufgebaut, „der weit über die geschäftliche Beziehung hinaus ging”.

Apotheker Wirz erklärt die Situation: „Eine lange Zeit gab es in Siersdorf zwei Arztstellen, so dass die Zusammenarbeit in der medizinischen Dienstleistung immer gewährleistet war.”

Für den Pharmazeuten hat sich aber mit Schließung der Zeche Emil Mayrisch ein Wandel abgezeichnet, der sich fortschreitend als „schleichender Prozess des Rückgangs entwickelt hat”. Immer mehr Geschäfte mussten geschlossen werden. „Besonders einschneidend” war laut Wirz die Aufgabe der zweiten Arztstelle in Siersdorf. Viele Patenten mussten sich nach auswärts orientieren und haben damit „verständlicher Weise der Dorfapotheke den Rücken gekehrt”. Eine entscheidend rückläufige Tendenz sieht der berufsverbundene Apotheker auch „in den sich ausbreitenden Fachmärkten, die mit frei verkäuflichen Produkten auf den Markt kamen”. „Hinzu kommen der Versandhandel und die zunehmende Palette der Internet-Angebote.” Aus dieser Sicht wird es für Siersdorf unwahrscheinlich, für die Zukunft einen Apothekenbetrieb aufrecht zu erhalten.

„Das ist mit Sicherheit für ältere Menschen ein großer Verlust!” Apotheker Wirz, in seinem Geburtsort Freialdenhoven zu Hause, pflege eine besondere Beziehung zu Siersdorf erklärt das mit dem persönlichen Umgang, bei dem auch „Platt” gesprochen wird. „Das war wichtig und wertvoll!”

In Siersdorf ist die Schließung der Adler-Apotheke zum beherrschenden Gesprächsthema geworden. Im größten Ortsteil der Gemeinde (knapp 2800 Einwohner) nach dem Zentralort Aldenhoven fühlt man sich immer mehr ausgegrenzt. Im Gegensatz zum benachbarten Setterich, wo man der Verwirklichung eines neuen Einkaufszentrums entgegensieht oder in Richtung Ortskern Aldenhoven, wo die Auswahl an Lebensmittelmärkten mehr als ausreichend ist, stirbt die ortsnahe Versorgung in Siersdorf langsam, aber sicher dahin. Das weiß auch Hans-Josef Wirz nach den vielen Jahren in Siersdorf: „Die Geschäftswelt schrumpft immer mehr.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert