Jülich - Nahtoderfahrungen: „Geistiger Kern lebt weiter“

Nahtoderfahrungen: „Geistiger Kern lebt weiter“

Von: Kr.
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Über Nahtoderfahrungen referierte Prof. Dr. Walter van Laak beim Wissenschaftsfrühstück anlässlich des 50-jährigen Bestehens des FH Campus‘ Jülich. Foto: Kròl

Jülich. Manche skeptische Äußerung, ob dies für ein Jubiläum das richtige Thema sei, hatte Campussprecherin Prof. Angelika Merschenz Quack sich schon anhören müssen, als sie verkündete: „Die Abschlussveranstaltung zum 50- jährigen Bestehen des FH Campus‘ in Jülich wird ein wissenschaftliches Frühstück mit Prof. Dr. Walter van Laak zum Thema ,Nahtoderfahrung – Vorhof zum Himmel oder bloß Hirngespinst‘ sein.“

Damit bewies sie schon erheblichen Mut, doch am Ende gab der Erfolg ihr Recht. Mit 30 bis 40 Zuhörern hatte man gerechnet, doch über 200 kamen. So musste der Veranstaltungsort vom Gerling-Pavillon ins Auditorium verlegt werden.

„Es gibt nichts Natürlicheres als die Geburt und es gibt nichts Natürlicheres als den Tod, und niemand kommt daran vorbei. Dazwischen müssen wir gescheit leben“, begrüßte sie die zahlreichen, meist älteren Gäste und gab gleich das Wort weiter an den Orthopäden Walter van Laak, der sich neben seiner medizinischen Tätigkeiten auch als Autor naturphilosophischer Bücher einen Namen gemacht hat.

Seit vielen Jahren beschäftigt van Laak sich mit dem Phänomen der Nahtoderfahrung, mit dem er sich schon während des Medizinstudiums befasste. Er selbst ist dem Tod bereits fünf Mal sehr nahe gekommen und seit dem Tod seines Vaters 1996 beschäftigt er sich so intensiv mit dieser Thematik, dass in dieser Zeit 15 Bücher entstanden.

„96 Prozent dessen, was uns als Weltbild verkauft wird, beruht auf Interpretation, ohne über die Tellerränder zu blicken“, erklärte er und berichtete, dass er in den vergangenen Jahren selbst vom Saulus zum Paulus geworden sei. „Die Hinweiskette der Nahtoderfahrung lässt den Schluss zu, dass die komplette Persönlichkeit und der geistige Kern des Menschen weiterlebt und das unmittelbar.“

Mittlerweile, so berichtete er, gebe es eine stattliche Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen, die belegen, dass Nahtoderfahrungen nichts mit Halluzination, Drogeneinflüssen, Sauerstoffentzug des Gehirns oder Wunschbildern zu tun haben. Menschen, die eine Nahtoderfahrung hatten, berichten nahezu identisch das Gleiche. Sie berichten, dass sich ihr Geist außerhalb des Körpers befunden habe.

Alle hatten das sogenannte Tunnelerlebnis, an dessen Ende ein strahlendes Licht wahrgenommen wurde. Doch weder der Tunnel noch das Licht wurden als beängstigend oder beklemmend empfunden. Sie berichteten auch von Wesen, die sie in Empfang nahmen und in denen sie oft Personen wiedererkannten, die bereits vor ihnen gegangen waren. Ein Lebensrückblick gehört ebenso dazu, wie ein unendliches Gefühl von Liebe, Freude und Frieden.

Erfahrung als real empfunden

Die Rückkehr sei nicht selten traumatisch und oft führe diese Erfahrung dazu, dass die Menschen ihr Leben grundlegend veränderten. 73 Prozent dieser Menschen haben darüber hinaus ihre Angst vor dem Tod verloren und 95 Prozent sehen ihre Erfahrung als absolut real an.

Van Laak erläuterte als weiteres Beispiel den Fall Pamela Reynolds, die 1991 in Phoenix (Arizona) am Gehirn operiert wurde und deren Fall als erster bei einer Nulllinie des EEG umfassend dokumentiert wurde. Sie gab Dinge von ihrer Operation wieder, die sie so nicht hatte wissen können und die sie während der „Out of Body-Phase“ gemacht hatte.

Der Referent schloss seinen Vortrag mit einem Auszug aus „Dialog der Zwillinge“ von Henri Nouwen: Mit zunehmendem Bewusstsein tauschen sich Zwillinge im Mutterleib aus über ihre Erfahrungen und Ängste bis kurz vor der Geburt. „Ich glaube an ein Leben nach der Geburt. Und auch Teresa Enke hatte nach dem Tod ihres Mannes, dem Nationaltorwart Robert Enke, drei ganz entscheidende Worte geprägt. Sie hatte einen Zettel auf das Grab ihrer kleinen, so früh verstorbenen Tochter gelegt. „Lara, Papa kommt.“

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