Nachfrage nach OGS-Plätzen in Jülich sprunghaft gestiegen

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
12172419.jpg
Die Nachrage nach Betreuung in Offenen Ganztagsgrundschulen wächst auch in Jülich beständig, zuletzt sprunghaft. Foto: Imago/Begsteiger

Jülich. Einerseits ist die Entwicklung eine Erfolgsgeschichte, andererseits stellt sie die Stadt Jülich vor große Herausforderungen. Die Betreuungsangebote für Kinder platzen aus allen Nähten. Allein die Nachfrage nach Plätzen in Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) ist binnen Jahresfrist um gut 16 Prozent sprunghaft gestiegen: von 340 auf 395 Anmeldungen.

 Zählt man die 200 Kinder in der Übermittagbetreuung hinzu, dann wird jedes zweite Grundschulkind in Jülich (1200 insgesamt) betreut. Der Platz aber ist so knapp, dass die Stadtverwaltung dem Schulausschuss vorgeschlagen hat, zwei Grundschulen zu erweitern, was insgesamt rund 600.000 Euro kosten soll. Schließlich ist nicht abzusehen, dass der Bedarf kleiner wird – eher das Gegenteil.

Das Gremium hat sich noch nicht festgelegt, zumal die Jül-Fraktion auch angesichts der hohen Summen Beratungsbedarf angemeldet hat.

Der Verwaltungsvorschlag sieht vor, die GGS West in Koslar um zwei Klassenräume zu vergrößern und die GGS Nord um einen. Beide Einrichtungen seien im Vergleich zu den anderen Grundschulen schlecht mit Kapazitäten für Betreuungsmaßnahmen, Förderangebote und anderes ausgestattet, argumentiert das Fachamt im Rathaus. Denn auch wenn die Schülerzahlen in den Prognosen auf mittlere Sicht sinken sollen, bedeutet das nicht, dass überall Klassenzimmer leer stehen. Viele junge oder zukünftige Entwicklungen erfordern auch spezielle Räume: von der flexiblen Schuleingangsphase über Inklusion, den Einsatz von Sonderpädagogen bis zur Integration.

In Koslar zum Beispiel sorgen diese Anforderungen für Raumnot. Zwei Klassen werden in den Kellerräumen unterrichtet. Für die 40 Kinder, die über Mittag betreut werden, steht nur ein Raum von 16 Quadratmetern zur Verfügung. Mit einem Anbau am Klassentrakt gäbe es insgesamt etwas mehr „Luft“ für alle Erfordernisse – inklusive der OGS-Kinder. Neben dem Anbau von zwei Klassenräumen prüft die Verwaltung, ob auch eine Aufstockung des OGS-Erweiterungsbaus wirtschaftlich eine Alternative darstellt. In der Grundschule Berliner Straße scheint nach Prüfung aller Optionen die Aufstockung des Nordtraktes die wirtschaftlichste Lösung zu sein.

„Wir hätten sonst zahlreiche Eltern ablehnen müssen“, erklärte Dezernentin Katarina Esser im Schulausschuss den Vorschlag der Verwaltung. Es gebe eine „eklatante Raumproblematik“, außerdem sei künftig mit einer noch höheren Betreuungsnachfrage zu rechnen. Die Verwaltung hat auch einen Finanzierungsvorschlag unterbreitet: Die Stadt erhält jährlich 800.000 Euro als Schulpauschale vom Land, zudem jährlich 44.000 Inklusionspauschale. Ob und wie das allerdings in den Haushaltsentwurf 2016 und den Etat 2017 „passt“, bleibt abzuwarten.

Übrigens waren auch die anderen Grundschulen Anstrengungen notwendig, um die ebenfalls höheren Ganztags-Anmeldungen unterzubringen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert