Nach Unwetter: Titzer Wahrzeichen ein Totalschaden

Von: Volker Uerlings
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Die Unwetter der letzten Tage haben deutliche Spuren an der alten Mühle hinterlassen. Foto: Jagodzinska

Titz. Das Jülicher Land war einmal eine Mühlenlandschaft, in der Wind oder Wasser die Flügel und Räder in fast jedem Ort antrieben. Seit Montagabend ist die letzte ihrer Art, die Düppelsmühle in Titz, durch das Unwetter ein Totalschaden.

Bei näherem Betrachten stellt sich das leider so dar, während es anfangs „nur“ nach zwei abgebrochenen Flügeln aussah. Dieses Titzer Wahrzeichen steht im Privatbesitz und war nach Angaben des Eigentümers Peter Wirtz nicht versichert. Der Schaden liegt nach seiner ersten groben Schätzung bei mindestens 300.000 Euro.

„Das sieht auf den ersten Blick nicht so aus, aber die komplette Mechanik ist weg – die Bremsen und Zahnräder. Alles das, was man jetzt seitlich sieht, ist normalerweise vorn“, sagte Wirtz, dessen Familie die Mühle seit 1825 besitzt, im Gespräch mit unserer Zeitung. Wirtz räumte auch ein, dass es keinen Versicherungsschutz gibt. Die Prämien seien zu teuer, „das kann sich kein Mensch leisten“.

Denkmal-Amt soll helfen

Die Betroffenheit ist groß, hat auch der Titzer Bürgermeister erfahren. Jürgen Frantzen: „Natürlich sind viele Bürgerinnen und Bürger vom Unwetter betroffen. Aber wenn die Rede auf die Düppelsmühle kommt, ist die Anteilnahme groß.“ Die Gemeindeverwaltung hat gleich das Amt für Denkmalpflege kontaktiert.

Als im Mai 2008 der jüdische Friedhof in Müntz nach einem Unwetter schweren Schaden durch erhebliche Wassermassen genommen hatte, wählte die Gemeinde ebenfalls diesen Weg und hat gute Erfahrungen gemacht. Frantzen: „Uns wurde sehr pragmatisch geholfen. Allerdings waren wir auch der Besitzer.“

Die Gemeindeverwaltung jedenfalls ist im Fall des schwer beschädigten Wahrzeichens „sehr daran interessiert, dass diese Mühle erhalten bleibt“. Nicht zuletzt Zu klären seien dabei viele Fragen. Frantzen: „Ist der Schaden reparabel? Gibt es Zuschüsse des Landes?“ Zumindest theoretisch sei ja auch denkbar, dass die Mühle vielleicht nur optisch wieder instand gesetzt wird. „Danach sehen wir weiter“, so Frantzen und schließt auch nicht aus, Sponsoren oder Initiativen für den Erhalt von Denkmälern anzusprechen. Die Antworten werden in den nächsten Tagen erwartet.

Die Mühle selbst ist über 300 Jahre alt. Laut Eintrag auf einem Balken wurde sie 1708 erbaut. Fast 120 Jahre war sie in Köln-Melaten im Einsatz, ehe sie um 1825 dort ab- und in Titz aufgebaut wurde. Landschaftsprägend in den weiten Ebenen rund um den Ort ist sie also seit fast 190 Jahren.

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