Gevelsdorf - Nach der Apfelernte: Zuschauen, wie der Saft gepresst wird

Nach der Apfelernte: Zuschauen, wie der Saft gepresst wird

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Auch für Kinder interessant: Lehrstunde „Der Weg vom Apfel zum Saft“ am Dürener Saft-Mobil. Foto: Mengel-Driefert
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Reiche Apfelernte: Eine Möglichkeit um die Früchte zu verarbeiten ist das Dürener-Saft-Mobil. Foto: Mengel-Driefert

Gevelsdorf. Die Apfelernte ist in vollem Gange. Doch wohin mit dem vielen Obst? Eine Möglichkeit, um die Früchte zu verarbeiten, ist, sie zu Saft zu pressen. Anlaufstelle ist das Dürener-Saft-Mobil vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf dem Hof der Familie Schläger in Gevelsdorf.

Der Inhaber der Saftpresse ist der BUND, Betreiber ist die Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung (DGA).

Wolfgang Bergs trägt Wannen und Eimer mit Boskoop auf den Hof. Seine Ernte sei reicher als sonst. „Unser Baum hängt in diesem Jahr unwahrscheinlich voll“, sagt Ehefrau Maria Bergs und überlegte, wie sie die Äpfel neben der üblichen Verwendung für Kuchen und Kompott verarbeiten könne. Nun will sie das Dürener-Saft-Mobil ausprobieren.

Anmeldung nötig

Wer die Apfel-Presse nutzen möchte, muss sich anmelden. „Anders lässt sich der Andrang nicht koordinieren“, sagt Gerhard Kuckertz, Projektleiter bei der DGA. Vier Garten- und Landschaftsbauer sind seit dem frühen Morgen im Dauereinsatz. Am Ende des Tages werden sie 4000 Kilogramm Äpfel verarbeitet haben. Das Dürener Saft-Mobil steht in den nächsten Wochen – bis Mitte November – an wechselnden Orten im Kreisgebiet zur Verfügung. Die Kunden kommen nicht nur aus Düren, auch aus Mönchengladbach oder Aachen, nehmen weite Wege in Kauf.

Der aktuelle Zulauf zur Saftpresse hat einen Hintergrund. Viele Jahre habe der BUND den Wert der Streuobstwiesen gepriesen. Im wahrsten Sinne des Wortes trägt diese Arbeit Früchte, die Obstwiesen werden wieder gepflegt oder neu angebaut. „Das bedeutet aber auch, dass was mit den Früchten gemacht werden muss“, erklärt Kuckertz, wie es zur Anschaffung des Saft-Mobils gekommen ist. Der BUND erwarb darauf die Saftanlage. Der Betreiber, die Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung, bedient sie mit vier fest angestellten Mitarbeitern. Nachdem sich der Andrang in den ersten Jahren in Grenzen hielt, nehme er nun stetig zu.

1,5 Kilo für einen Liter

Der Reiz des Dürener-Saft-Mobils liegt darin, dass jeder zuschauen kann, wie die eigenen Äpfel zu Saft verarbeitet werden. Der Apfelbaumbesitzer weiß genau, was in seinem Saft drin ist, ob der Apfel gespritzt ist oder nicht. Die Mindestmenge liegt bei 60 Kilogramm. 1,5 Kilogramm Äpfel ergeben einen Liter Saft. Die Boskoop-Äpfel von Familie Bergs sind in der Maschine. Drei der vier Arbeiter stehen auf der Anlage, bedienen und kontrollieren die Abläufe, der vierte Mann füllt den Saft ab.

Die Äpfel werden gewaschen, zerkleinert und gepresst. Er fließt in Schläuchen, in einem geschlossenen System, wird in einer Pasteurisier-Anlage zur Haltbarmachung bis über 70 Grad erhitzt und heiß in sterile Schlauchbeutel gefüllt. Anschließend wird er in Pappkartons verpackt. Der Apfelsaft ist ungeöffnet mindestens ein Jahr haltbar. Der Karton kann im nächsten Jahr wieder verwertet werden.

Wolfgang Bergs nimmt zufrieden den ersten Fünf-Liter-Karton in Empfang. Auch Heike Theile und Sabine Randerath haben Äpfel abgegeben. Mit Genuss probieren sie den ersten Schluck Saft. Ebenfalls vor Ort ist der Hof- und Baumschulinhaber Thomas Schläger. Wer einen Baum braucht oder Beratung zu Pflege und Standort findet hier einen Ansprechpartner.

Die nächsten Termine des Dürener-Saft-Mobils im Nordkreis sind der 15. Oktober in Jülich-Broich und der 22. Oktober in Barmen.

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