Nach dem Aus für den Hospizdienst: Keine Änderung für die Patienten

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Hilfe zum Leben steht im Mittelpunkt der Hospizarbeit: Die wird neu geordnet, denn die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Ambulanten Malteser Hospizdienstes Jülich wechseln zur Hospizbewegung Düren. Foto: ddp

Jülich. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Malteser Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes trennen sich zum 31. Januar vom Malteser Krankenhaus in Jülich. Sie wechseln nach Angaben ihres Sprechers Albert Dreyling zur Hospizbewegung Düren.

Die speziell geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiter übernehmen weiterhin für Jülich und Linnich die kostenlose Betreuung und Begleitung von unheilbar Kranken und Sterbenden sowie deren Angehörige in deren Hause. Für die schon betreuten Menschen ergeben sich durch den Wechsel also keine Änderungen.

2009 startet auch wieder ein Befähigungskurs, in dem Interessierte zu ehrenamtlichen Hospizhelfern ausgebildet werden. Termine und Einzelheiten werden, so Dreyling, frühzeitig bekannt gegeben.

Ziel der Hospizbewegung ist die ganzheitliche Betreuung von unheilbar Kranken und Sterbenden zur Linderung ihrer physischen, psychischen und spirituellen Leiden. Angehörige und Freunde werden in die Betreuung eingeschlossen. Betroffene und Angehörige werden dabei ermutigt, Sterben als einen Teil des Lebens anzunehmen und das Ende ihres Daseins in vertrautem Umfeld, umgeben von Familie und Freunden, zu erleben. Nicht Hilfe zum Sterben, sondern Hilfe zum Leben steht im Mittelpunkt der Hospizarbeit.

Die Hospizbewegung Düren e.V. bietet durch ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte folgende Hilfen an: Regelmäßige Hausbesuche (zusätzlich zur Tätigkeit ambulanter und sozialer Dienste), Sitzwachen, häusliche Unterstützung, psychologische Beratung, Vermittlung von Kontakten zu anderen betreuenden Diensten, Beratung bei Grund- und Behandlungspflege sowie Unterstützung bei Schmerzbehandlung und Symptomkontrolle, Schulung für ehrenamtliche Hospizhelfer. Die Hilfen werden allen Betroffenen angeboten, unabhängig von deren Herkunft, ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

„308 Menschen begleitet”

„Wir schauen dankbar zurück auf das, was aufgebaut und geleistet wurde”, resümiert Wolfgang Brauers, Geschäftsführer der Malteser St. Elisabeth gGmbH. „Mein Dank gilt den zahlreichen Aktiven für ihr Engagement in der Malteser Hospizgruppe. 77 Hospizhelfer konnten im letzten Jahrzehnt ausgebildet und befähigt werden. Dadurch war es möglich, insgesamt 308 Menschen zu begleiten”, lässt er Zahlen sprechen.

Die Malteser werden künftig ihre Ausrichtung stärker auf die Palliativmedizin und -versorgung richten, da die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Ambulanten Malteser Hospizdienstes Jülich zur Dürener Hospizbewegung wechseln und eine autarke Gruppe für Jülich/Linnich initiieren. Das bedeutet, dass zum 1. Februar der Ambulante Malteser Hospizdienst nach 14-jähriger Tätigkeit seinen Dienst einstellen wird. Für die begleiteten Menschen ändert sich hierdurch nichts, da die qualifizierte Arbeit durch die Dürener Hospizbewegung sichergestellt ist.

Hospizbewegung und Palliativmedizin tragen beide die Verpflichtung in sich, schwerkranken und sterbenden Menschen ein würdiges und weitgehend schmerzfreies Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Der Palliative Komplexdienst wird von der Anästhesieabteilung geleitet und ist ein multiprofessionelles Team aus Palliativmedizinern, Pflegepersonal und Sozialarbeitern mit entsprechender Qualifikation sowie Seelsorgern, Physiotherapeuten und anderen Berufsgruppen.

In seiner Funktion als Palliativer Komplexdienst kümmert sich das Team in Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten im Krankenhaus um die schnellstmöglichste Beratung und Behandlung zur Symptomkontrolle und Schmerztherapie. Ein wesentlicher Bestandteil ist zusätzlich die Wahrnehmung und Berücksichtigung der psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Betroffenen. Zudem unterstützt der Dienst den Patienten und seine Angehörigen sowie die Mitarbeiter der Stationen bei der Planung und Organisation der weiteren häuslichen oder hospizlichen Versorgung. Pressesprecher Ralf Amthor spricht in diesem Zusammenhang von einer „Wegweiser-Funktion”.

Alle Fachabteilungen können den Palliativen Komplexdienst zu Rate ziehen. Er kümmert sich speziell um Patienten mit fortgeschrittenem Tumor- oder chronischen Erkrankungen, die unter schweren Symptomen leiden. Die Arbeit mit dieser Patientengruppe und deren Angehörigen fordert viel Einfühlungsvermögen und Kreativität und ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Weitere Infos unter 02461 620242.
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