Nach 20 Jahren wieder ein Physik-Leistungskurs: MGJ und JuLab kooperieren

Von: ak
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Neue Partner: Im Beisein von Thomas Rachel (2.v.r.) unterzeichnen Dr. Ulrich Krafft, Maria Bardenheuer und Karl Sobotta (rechts) den Kooperationsvertrag. Foto: Klingbeil

Jülich. Elektrizitätslehre steht derzeit im Physik auf dem Stundenplan. Da geht es um mehr, als Schalter drücken, Licht an. „Ich will verstehen, wie die Welt funktioniert”, sagt Ribana Borchard. Und das geht am besten im Physik-Unterricht.

Ribana Borchard und neun Mitschülerinnen haben sich deshalb für den Physik-Leistungskurs entschieden. Es ist der erste, den es seit 20 Jahren am Mädchengymnasium gibt.

Normalerweise wäre die Zahl von zehn Schülerinnen zu gering für einen solchen Kurs. Doch eine Kooperation mit dem Schülerlabor des Forschungszentrums Jülich (JuLab) macht es möglich. Die offizielle Vertragsunterzeichnung der Kooperationsvereinbarung fand nun im Chemieraum des MGJ statt.

Entstanden ist die Idee beim Besuch in JuLab. „Normalerweise machen das die Schulen nur einmalig. Dann hat es Event-Charakter. Aber wir wollen, dass sich auch die Mädchen für einen naturwissenschaftlichen oder ingenieurwissenschaftlichen Beruf entscheiden”, erklärt Lehrerin Dr. Birgitt Fuchs. Denn in diesen von Männern dominierten Bereichen gibt es Nachwuchsprobleme. „Deshalb wollen wir, dass die Mädchen die Physik für sich neu entdecken”, betont JuLab-Leiter Karl Sobotta. „Naturwissenschaften und Frauen sind eben kein Gegensatz”, ist sich MGJ-Direktorin Maria Bardenheuer sicher.

Regelmäßiger Unterricht im Labor gehört zum Leistungskurs, der auch eine Art Experiment ist. „Ihr seid quasi unsere Versuchskaninchen. Es ist ganz wichtig, dass wir über den Ablauf reden. Wir müssen uns ehrlich sagen, was gut ist und was nicht”, appelliert Sobotta. „Eine Investition in die Zukunft”, findet auch Thomas Rachel (MdB), Parlamentarischer Staatssekretär im Bldungs- und Forschungsministerium.

Auch die Schülerinnen können sich vorstellen, später in diesem Bereich tätig zu sein. „Ich finde Physik viel strukturierter als Deutsch”, sagt etwa Elena Benden. Denn mit der Naturlehre lassen sich die Zusammenhänge erklären. „Alles ist Physik”, betont, Dr. Ulrich Krafft, stellvertretender Vorsitzender des FZJ, „und nun habt ihr die Chance, die Nobelpreisträger von morgen zu werden.”
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