Aldenhoven - Muslime und Christen demonstrierten gegen rechtsradikale Drohungen

Muslime und Christen demonstrierten gegen rechtsradikale Drohungen

Von: Adi Zantis
Letzte Aktualisierung:
Im Gebet vereint: Muslime und
Im Gebet vereint: Muslime und Christen demonstrierten in der Aldenhovener Ditib-Moschee Verbrüderung gegen rechtsradikale Drohungen. Foto: Zantis

Aldenhoven. Die umtriebige neonazistische Szene verbreitet nicht nur „in der Ferne” Angst und Schrecken. In Aldenhoven wurde es deutlich: Eine Einrichtung des evangelischen Kirchenkreises Jülich und die Aldenhovener Ditib-Moschee sind potentielle Anschlagsziele rechtsradikaler Gruppen, wie jüngst ans Tageslicht gekommen ist.

„Wir, die Gemeinschaft des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Aldenhoven sind sichtlich betroffen und bewegt”, lautete die sorgenvolle Äußerung des Vorsitzenden Rahmi Demirtas. „Das müssen wir erst einmal verdauen!”

Wie sich aber gerade in dieser Bedrohung bürgerliche Verbundenheit äußern kann, das bewies eindrucksvoll das „solidarische Gebet”, zu dem die evangelische Kirchengemeinde Aldenhoven in die Moschee eingeladen hatte. „Jetzt müssen wir dem entschlossen entgegen treten”, hieß es in dem Aufruf.

Viele waren gekommen „um Farbe zu bekennen”. Unter ihnen auch Pfarrer Rainer Müsers von der katholische Kirchengemeinde und Jülichs stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Gunia. Einige, die man kraft ihres Mandats hätte erwarten dürfen, waren nicht da.

Der evangelische Pfarrer Charlie Cervigne wurde deutlich: „Ich hätte es mir nicht träumen lassen, dass sich in Deutschland noch einmal rechtsradikaler Terror verbreiten kann!” Bewegt und erschüttert verlas er die Namen der Opfer: Familien, türkisch- und griechisch-stämmige Kleinunternehmer - zum Teil durch Kopfschüsse förmlich hingerichtet.

„Wenn rechtsradikale Banden über Jahre hinweg morden, ist das ein Skandal! Warum wurde das bis jetzt nicht erkannt?”, so Pfarrer Cervigne. „Es gab immer wieder Hinweise!” und „Warum wurde nicht in alle Richtungen ermittelt”, so seine deutliche Frage. Für den Pfarrer „ist es an der Zeit, aufzuwachen!”

Mit dem eigentümlichen Wort „Lindlichkeit” verwies Cervigne auf die Tradition der Dorflinde: „Unter der Dorflinde herrschte über viele Jahre hinweg Solidarität und Toleranz. Unsere Dorflinde ist heute zum Beispiel die Aldenhovener Moschee. Ab morgen soll es wieder in allen Orten Dorflinden geben.” Namens der versammelten Gemeinschaft bekräftige er: „Jetzt müssen wir Bürger uns solidarisieren und unseren ausländischen Mitbürgern zur Seite stehen!”

Als geistliches Oberhaupt wandte sich auch der Aldenhovener Hodscha Hilmi Keskin in türkischer Sprache mit einem Aufruf an seine muslimische Gemeinde.
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