Musiklehrerin regt Koslarer Schüler zum Forschen an

Von: hfs.
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Insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Koslar freuen sich mit ihrer Betreuungslehrerin Andrea Rathmann über den Erfolg beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“: zwei erste Plätze. Jetzt geht‘s zum Landesentscheid. Foto: hfs.
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Seit 2011 liegt Andrea Rathmann die Arbeitsgemeinschaft „Schüler experimentieren“ in Koslar sehr am Herzen.

Koslar. „Lampenfieber ja, Erwartungen nicht direkt“, beantwortet Andrea Rathmann die Frage, welche Chancen sie ihren ersten Preisträgern einräumt, wenn sie sich mit ihren Arbeiten beim Landesentscheid „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ in Essen präsentieren.

Die 53-jährige Pädagogin unterrichtet an der Gemeinschaftsgrundschule Koslar alles, denn sie ist Klassenlehrerin mit dem Spezialgebiet Musik. Und der eigentliche Motor, wenn es darum geht, sich nicht nur zur Teilnahme beim Forschungswettbewerb anzumelden, sondern auch die Kinder bei der Stange zu halten. Sie fährt nun mit gleich drei Preisträgern nach Essen.

„Es macht einen irren Spaß, mit den Kindern zu experimentieren. Dafür haben wir eine spezielle Arbeitsgemeinschaft im dritten Schuljahr ins Leben gerufen. Im vierten Schuljahr weisen wir die Kindern dann darauf hin, dass sie bei Jugend forscht teilnehmen können.“ Dann startet die „Jugend forscht“-AG, womit dann im eigentlichen Sinne die heiße Phase an der Koslarer Grundschule beginnt. „Es werden Ideen kreiert, wir versuchen, den Kindern Lust, zu machen, sich Gedanken über ein spannenden Thema zu machen.“

Wenn von „wir“ die Rede ist, heißt das im Klartext Andrea Rathmann. Sie schaffte es in diesem Jahr, gleich mit zehn Arbeiten am Regionalwettbewerb teilzunehmen, der seit Jahren im Foyer des Forschungszentrums Jülich über die Bühne geht und weit über die Grenzen hinaus Aufmerksamkeit findet. „Diese zehn Arbeiten waren für uns ein Rekord“, sagt Schulleiterin Birgit Schmidt und strahlt. „Schließlich haben wir zweimal Platz 1 belegt“, ist Andrea Rathmann überaus glücklich, dass die wochenlange Vorbereitung für die Schüler von Erfolg gekrönt war.

Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel ein Gymnasium, das von rund 800 Schülern besucht wird, sich „nur“ mit zwei oder drei Arbeiten beteiligt, die Koslarer allerdings in der vierten Klasse – das ist die Altersvoraussetzung des Wettbewerbs – mit rund 70 Schüler zehn Arbeiten einreichen, kann man verstehen, warum die Grundschüler samt Lehrer- und Elternschaft in Koslar stolz auf die Ergebnisse sind. „Was nun in Essen passiert, ist schwer zu prognostizieren. Ein Landeswettbewerb ist schon eine Hausnummer größer, dort zum Beispiel Platz 3 zu belegen, wäre schon eine Riesen-Überraschung.“

Überraschen dürften die beiden Themen allemal am 8. und 9. April, wenn in der Ruhrmetropole im „Haus der Technik“ die Juroren dem Stand von Lukas Löken einen Besuch abstatten. Dann wird der Neunjährige ihnen erklären, dass teurere Tischtennisschläger besser für einen Topspin-Schlag geeignet sind als billigerer Versionen.

„Beim Topspin wird der Ball mit einer von unten nach oben durchgeführten Schlägerbewegung gestreift. Hierdurch wird dem Ball ein Effet nach vorne verliehen, der umso größer ist, je schneller der Schlägerkopf nach oben bewegt wird“, erläutert der Jungforscher und vermittelt mit Smartphone und Infrarotsignal den entsprechenden Beweis. Teurere Schläger haben bessere Beläge und verstärken den Effet-Effekt.„Ein tolles Experiment“, ist Rathmann noch jetzt restlos begeistert.

Das gilt auch für das Experiment ihrer Schützlinge Jens Modrzynski (9) und Oliver Jonas (10). Sie sorgten schon für große Aufmerksamkeit an ihrer Grundschule im Vorjahr beim Tag der offenen Tür. „Da hatten wir mit der Papierflieger-Wurfmaschine die Turnhalle belegt, viele Schüler und Eltern haben mitgemacht und Flugmodelle zusammengefaltet.“ Davon brauchten die beiden Grundschüler einige Hundert, schließlich wollten sie beweisen, dass mit entsprechender Falttechnik auch Flugweiten von bis zu 16 Metern erzielt werden können.

Das Feedback nach den Erfolgen in den Vorjahren habe sich bei den Eltern auf die jetzige Generation übertragen habe, hat Rathmann bemerkt. Dass die Themen in die richtige Bahnen gelenkt werden müssen, sei unabdingbar. „Jeder will eine Rakete bauen, aber es muss ja realisierbar sein“, sagt Rathmann, die eigentlich ausgebildete Gymnasiallehrerin ist.

Bis November müssen die neuen Forschungsfelder auf dem Tisch liegen, die Koslarer Schule wird wieder dabei sein – mit den jüngsten Teilnehmern. „Wir haben, glaube ich, den Kükenbonus. Die Juroren sind fast immer begeistert, wie sich unsere Neun- oder Zehnjährigen präsentieren. Es ist süß, das mit anzusehen“, sagt Andrea Rathmann und lacht. Aber jetzt freut sie sich zunächst auf den Auftritt in Essen beim Landeswettbewerb.

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