„Musikalisches Feuerwerk“ in St. Kornelius

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
5706755.jpg
Die veranstaltende Chorgemeinschaft Güsten-Rödingen unter Leitung von Maria Mironova. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Bietet die Kirche St. Kornelius Rödingen eine bessere Akustik als der Saal der Gaststätte „Zum Löwen“? In dieser Frage gehen die Meinungen weit auseinander. Fest steht allerdings, dass das von der Chorgemeinschaft Güsten-Rödingen veranstaltete Konzert seinen Titel “Musikalisches Feuerwerk“ wirklich verdiente, weil oder obwohl es in die Kirche verlegt werden musste – wegen der vorübergehenden Schließung des beliebten Saals.

Die Chorgemeinschaft mit einer enorm guten Besetzung im zweiten Bass war jedenfalls in Höchstform. Dirigiert wurde sie von der temperamentvollen Maria Mironova, am Piano saß ihre Landsmännin Elena Kelzenberg. Mit dem Neuen Geistlichen Lied von Christoph Lehmann „Da berühren sich Himmel und Erde“ starteten die Männer ihr deutschsprachiges Repertoire. Dazu zählten unter anderem der beliebte Folksong „Die Antwort weiß ganz allein der Wind“ („Blowing in the wind“) von Bob Dylan, das russische Volkslied „Moskauer Nächte“ oder der Evergreen „Goodbye, my love, goodbye“.

Als Zugabe brachten die Sänger den von Sinti und Roma überlieferten „Bajazzo“ zu Gehör und wurden reichlich beklatscht. Stehende Ovationen erntete im Anschluss das dynamische Vokalensemble „Cantabile“ aus Eupen und Leitung von Gerhard Sproken. Kein Wunder, haben doch alle Interpreten eine weitreichende musikalische Ausbildung absolviert und sind im Rahmen der Einstufung ostbelgischer Chöre in der Exzellenzstufe angesiedelt. Glasklarer A-cappella-Gesang aus geistlicher und weltlicher Literatur, von mittelalterlichen Gesängen bis zur zeitgenössischen Musik in den Sprachen deutsch, englisch, französisch und italienisch verzauberte die vielen Zuhörer im Gotteshaus.

Das breit gefächerte Repertoire begann bei „Il bianco e dolce cigno“ (Der weiße und sanfte Schwan) von Jacques Arcadelt über ein spezielles Arrangement von „Veronika, der Lenz ist da“ bis hin zu aus einem musikalischen Block aus dem Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein. Neben diversen erstklassigen Instrumenten- und Tenorsoli war das perfekte Solo von Maria Mironova mit komödienhaftem Touch in „Tonight“ besonders einprägsam.

„Die ist cool“, hörte man einen Zuhörer raunen. Mironova sang drei Jahre lang in diesem Kammerensemble in ihrem belgischen Wohnort. Diese musikalischen Fußstapfen konnten für den nachfolgenden gemischten Chor MGV Siersdorf unter Leitung von Hubert Handels natürlich kein Maßstab sein. Hörenswert waren dennoch stimmliche Darbietungen und Repertoire in deutsch und englisch, begonnen mit „Wir feiern ein Fest der Freunde“ von Lorenz Maierhofer bis hin zum Gospel „This litte light of mine“ von Harry Dixon Loes.

Ungewöhnlichstes Stück war „Nkosi sikeleli Afrika“ (Gott segne Afrika) in Originalsprache, politische Hymne und Bestandteil der heutigen Nationalhymne Südafrikas.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert