Gastspiel des Isländischen Chors aus Brüssel in der Inden/Altdorf

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Musikalischer Leckerbissen aus Island in der evangelischen Kirche

Von: ptj
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Erstes Konzert: Der isländische Chor aus Brüssel mit seiner temperamentvollen Leiterin Þórunn Björnsdottir begeistert die vielen Besucher. Foto: Jagodzinska

Inden/Altdorf. „Gleðileg jól“ wünscht man sich jedes Jahr in Inden/Altdorf auf isländisch frohe Weihnachten, und das nicht nur in der Pfarrersfamilie Müller-Thór. Tradition in der evangelischen Kirche ist nämlich ein vorweihnachtlicher musikalischer Leckerbissen aus Island, stets organisiert von Pfarrerin Sförn Müller-Thór.

Diesmal war sie bei einer isländischen Hochzeit in Brüssel Þórunn Björnsdottir begegnet, eine der besten Chorleiterinnen des Inselstaates. Mit dem in Brüssel zusammengestellten isländischen Chor suchte sie eine Konzertmöglichkeit und fand sie sogleich in der evangelischen Kirchengemeinde Inden-Langerwehe.

In seinem ersten, und sicher nicht letzten Konzert begeisterten leicht aufgeregte Frauen und Männer mit wunderschönen Stimmen in ihrem mehrstimmigen folkloristischen, feierlichen und adventlich/weihnachtlichem Repertoire, schwungvoll dirigiert von der temperamentvollen Þórunn Björnsdottir. In ihren Volksliedern und Madrigalen, mehrere davon aus der Feder von Sigvaldi Kaldalóns, besangen sie zusammengefasst ihre „von Felsenbuchten zerklüftete Heimat“, in der Einsiedler die Zeit vergessen. Selbst, wenn sie „mit Fernweh fremde Länder bereisen“, sind sie „Nichte von Vulkan und Eismeeren, Neffe von Wasserfall und Heißquelle, Tochter der Hügel und Heiden, Sohn der Fischbänke und Schären“.

Zum abwechslungsreichen Repertoire zählte auch die romantisch angehauchte isländische Hymne von Óðin Valdimarsson „Ég er kominn heim“ (Ich bin heimgekommen). Bevor das Stück in umgeschriebener Version Einzug in die Fußballstadien fand, war es ein Operetten-Lied des Ungarn Emmerich Kálmán.

Den Tränen nahe

Wunderschön war auch die isländische Version des „Tourdion“ von Pierre Attaingnan oder die in Latein angestimmte alt-italienische Hymne aus dem 15. Jahrhundert „Alta trinitate“. Die Chorsängerinnen und -sänger umarmten sich nach dem gelungenen Vortrag des Stücks „Sjáumst aftur“, bekannt als „Bonjour mon cœur“ von Orlando die Lasso. „Sie haben fast geweint, weil das so schwierig ist“, erklärte die Dirigentin den Gefühlsausbruch.

In zwei Stücken brillierte der isländische Tenor Guðmundur Daviðsson, darunter das „Ave María“ von Kaldalóns. Zwei Weihnachtslieder, davon ein englisches aus dem 16. Jahrhundert, trugen alleine die sechs männlichen Chorsänger vor.

Im dritten Teil überließ Björnsdottir dem Langerweher Organisten Martin Jung das anspruchsvollere Klavierspiel und griff zum Taktstock. Noch vor dem letzten Stück „Ó, helga nótt“ (O heilige Nacht) wurden Geschenke ausgetauscht. Der isländische Chor brachte eine Kiste mit dem malzhaltigen isländischen Weihnachtsgetränk „„Malt og Appelsin“ in den Chorraum. Viele Dankesworte, gute Wünsche und sehr viel Applaus beschlossen das Konzert.

Dieses war gelungener Abschluss einer großen Krippenausstellung im Pfarrsaal, die sich außergewöhnlicher Exponate rühmen kann. Beispielhaft erwähnenswert sind zwei Krippen der Familie Reinhold Schmitz in Höfen, eine in ein altes Transistorradio eingebaute Höhlenkrippe und eine Krippe auf einer Drehscheibe. So bleiben Josef und Maria auf ihrer Herbergssuche tatsächlich in Bewegung.

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