Musikalische Zauberwelt mit Flöte und Harfe

Von: Hilde Viehöfer-Emde
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Maria Cecilla Munoz (l) und Julia Wacker begeisterten das Jülicher Publikum. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Das erste Konzert der neuen Saison in der Schlosskapelle bescherte den Zuhörern einen harmonischen Abend voller Hörgenuss. Maria Cecilia Munoz und Julia Wacker boten an Flöte und Harfe in vollendeter Harmonie ein Programm mit einigen Werken, die nicht so oft in dieser Besetzung zu hören sind.

Die Kompositionen wiesen unterschiedliche Einflüsse auf, von Neoklassizismus und französischem Impressionismus bis hin zum Tango und spanischen Volksmelodien. Den beiden Interpretinnen gelang es jedoch perfekt, an diesem Abend ein musikalisches Gesamtbild zu malen und die Zuhörer auf ihre musikalische Reise mitzunehmen.

Marc Berthomieu (1906 – 1991) schuf Bühnenwerke und kammermusikalisch viel Literatur für die Querflöte. Seine Liebe zu diesem Instrument merkt man bei der fantasievollen Ausgestaltung des Flötenparts mit Raffinement und kunstvollen Phrasierungen. Die Harfenistin unterstützte diese filigranen Auszierungen in sensiblem Zusammenspiel. Die „Historia del Tango“ ist sehr bekannt und oft gespielt.

Der Argentinier Astor Piazolla (1921-1992) schuf dieses Werk, um dem traditionellen Tango ein neues Gesicht zu geben und ihn musikalisch weiter zu entwickeln. Anleihen an die „Neue“ Musik unter Beibehaltung der wesentlichen, charakteristischen Elemente stellen diese Musik in neuem Licht dar. Temperamentvoll stellten die beiden Musikerinnen die programmatischen Titel des Suite ähnlichen Werkes dar.

Die „Suite en Duo“ des französischen Komponisten Jean Cras (1879-1932) wurde erst 1927 veröffentlicht. Sie strahlt einen besonderen Charme und idyllische Klangschönheit aus.

Musikalische Hommage

Eine Hommage an bekannte Regionen und Städte seines Heimatlandes ist die „Suite Espanole“ des Spaniers Isaac Albeniz. Vier Sätze der achtteiligen Suite kamen zu Gehör. Eine Serenade ehrte die temperamentvolle Stadt Granada, Asturias erzählte die Legende des einstigen Königreiches, Cadiz spiegelte das Leben der Hafenstadt und Sevilla erschien harmonisch effektvoll mit nostalgischem Kantilene.

Durch das instrumentale Zusammenwirken von Soloflöte und Harfe entstand ein zauberhaftes Klangbild, das die virtuosen Fähigkeiten beider Musikerinnen ständig herausforderte. Mit minutiöser Exaktheit und sensiblem Zusammenspiel entstand eine musikalische Einheit, die feinste klangliche Nuancen und eine bezaubernde Leichtigkeit des Vortages erzielte, Ruhige, lange Atembögen der Flötistin, wirkungsvolle Glissandi der Harfenistin und feine Differenzierungen beider Musikerinnen schufen einen Vortrag von unglaublicher Zartheit.

Großer und herzlicher Applaus des Publikums in der gut besetzten Schlosskapelle war Maria Cecilia Munoz und Julia Wacker als Dank für einen besonderen Musikgenuss sicher.

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