Koslar - Musical „Staunende Augen“ öffnet Ohren

Musical „Staunende Augen“ öffnet Ohren

Von: ptj
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Bartimäus (Vivien Suermondt, Mitte) kann wieder sehen und geht mit Jesus, der im Hintergrund als Lichtgestalt symbolisiert ist. Das Volk von Jericho lobt und dankt Gott, dem Herrn. Foto: Jagodzinsk

Koslar. Das Volk von Jerico ist aufgeregt und versucht, sich von seiner besten Seite zu zeigen, denn es erwartet einen Star: Jesus, dem Wundertaten nachgesagt werden.„Jesus kommt in unsere Stadt“, heißt das dazu passende Lied, begleitet durch Keyboard-Klängen von Otmar Esser.

Nicht weniger aufgeregt als ihre Rollenfiguren waren die darstellenden Adelgundisspatzen zwischen sechs und 15 Jahren auf der Bühne im Koslarer Pfarrheim sowie Mütter, Väter und Geschwister im zweimal ausverkauften Publikum. „Sehr schnell gab es keine Karten mehr. Wir haben die Cafeteria nach draußen verlegt, um ein paar Plätze mehr frei zu machen“, gab Gesamtleiterin Anke Keppel in ihrer Begrüßung einen organisatorischen Überblick.

Wieder ein bibliches Singspiel

Nach den Musicals über das Leben der Heiligen Elisabeth 2010 und „Abenteuer auf der großen Wiese“ 2011 kam wieder ein großartig umgesetztes biblisches Singspiel zur Aufführung: „Staunende Augen“ von Uwe Lal. Die ansprechenden Dialogtexte mit einer Prise Humor für die elf Sprechrollen zwischen den 15 Liedern stammen aus der Feder von Cordula Schmitz. Kostüme schneiderten Gerda Meurer, Birgit Offermanns, Vera Rahmen und Ira Weingarten.

Inmitten des geschäftigen Treibens in Jericho unterhalten sich Esther (Carolin Schmitz) und Martha (Susanna Schüer) über den blinden Bettler Bartimäus (Vivien Suermondt mit Augenbinde). Sie sind sich uneinig, ob er „eine Schande für unsere Stadt ist und irgend etwas Schlimmes gemacht hat“, oder „nichts dafür kann, weil er seit seiner Geburt blind ist“. Auch die Meinung der übrigen Jericho-Bewohner ist zweigeteilt. „Wie ist wohl eine Welt, in der es keine einzige Farbe gibt“, überlegen die Mädchen später. Das passende Lied wird angestimmt: „In deiner Welt da gibt es keinen Regenbogen“.

Zarte Sopran-Soli, Chorgesang und Flötenspiel bezaubern im Wechsel das lauschende Publikum. Wann kommt Jesus? Zunächst ist seine Stimme zu hören (Sprecher Klaus Neumann). Er ruft Bartimäus zu sich, der sich so lange mit der Frage gequält hat, ob Jesus ihm helfen kann, ob er ihn in dem ganzen Gedränge überhaupt sieht.

Schließlich erscheint der Gottessohn, kreativ umgesetzt als Lichtgestalt, und fragt Bartimäus, was er für ihn tun kann – eine Frage, die vom Volk durchaus kritisch reflektiert wird. „Mein Herr und mein Gott, tu ein Wunder für mich, öffne meine Augen“, spricht der Blinde seine Bitte schließlich aus. „Ich will es tun“, lautet schlicht Jesu Antwort.

Lichtkreise schweben durch den Raum und Barti-mäus kann nur dankbar staunen ob der wundervollen Welt. Nun geht auch dem Volk ein Licht auf, wie dankbar sie Gott eigentlich sein sollten. Bartimäus geht noch einen Schritt weiter, er geht mit Jesus, denn „in seiner Hand fühlt er sich wohl und geborgen“. Wohlverdient war der donnernde Applaus für der Darsteller, die ihre Texte auswendig gesprochen und gesungen haben, und für die vielen helfenden Hände vor und hinter den Kulissen.

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