Mundart-Theaterabend: Missverständnisse sorgen für die Komik

Von: jago
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Die Münstereifeler Mundartfreunde sorgten als gern gesehene Gäste erneut für einen entspannten und amüsanten Theaterabend. Bei der Pfarrausschusssitzung kam man zum Ergebnis, „datt üvverlosse mer dem Herrn Pastur“. Foto: Jagodzinska
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Mundart und geistige Getränke gehören zusammen. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Wer hier im Saal versteht Platt“, fragte Günter Vogel, Leiter der VHS Jülich, während der Begrüßung der etwa 200 Zuschauer, die sich in der Stadthalle eingefunden hatten, um einen vergnüglichen Mundart-Theaterabend zu erleben. Damit verbunden war das Angebot, im Falle des Nichtverstehens das Eintrittsgeld zurückzuerhalten. Nutzen musste es erwartungsgemäß niemand.

Zu Gast waren erneut die Mundartfreunde aus Münstereifel, die das vergnügliche Programm mit drei Einaktern gestalteten. Harmonisch verlaufen sollte die Pfarrausschusssitzung der Pfarrei St. Laurentius, in deren Verlauf das Festprogramm für die 500-Jahr-Feier festgelegt werden sollte. So hatte es der Pastor gewünscht, der leider wegen einer Tagung beim Bischof nicht anwesend sein konnte und dem Küster die Leitung anvertraut hatte. Doch Harmonie im Dorf ist nicht nur bei einer Pfarrausschusssitzung eine Frage der Befindlichkeiten von Amtsträgern und Pöstcheninhabern, das wurde schnell klar. Und wenn dann auch noch ett Jundula aufdringlich und nervtötend versucht, den Pastor am Telefon zu erreichen, dann kommt die ganze Tragik zum Tragen, die eigentlich gar keine ist.

Opa und Oma gehen zum Klassentreffen, so war es jedenfalls im zweiten Stück vorgesehen. Alles kein Problem, wenn der Opa nicht „ne jruuße ävve leeve Lömmel“ wäre und der leicht senilen und ständig nachfragenden Oma jedes Mal andere Informationen geben würde. Wie nah die herrlich komischen Situationen und Verhaltensweisen am realen Alltag sind, zeigte sich, als eine Seniorin im Publikum leise zu ihrer Nachbarin sagte: „Datt künnt minge Mann sinn.“ Zum guten Schluss klappt dennoch alles, und Opa weiß beim Nachhausekommen, sehr zur Freude der Zuschauer, zu berichten, dass es so wie immer gewesen sei – ahl Jeseechter unn neue Zäng.

„Verwandte sinn Lumpe.“ Das steht für Toni fest, und so beschließt er, sein Ableben zu simulieren und sein Testament eröffnen zu lassen. Als Testamentsvollstrecker erklärt Freund Jupp der raffgierigen, buckeligen Verwandtschaft Tonis Vorliebe für den Okkultismus und so ruft er jeweils aus: „Jeist von Toni, wie ist dein Beschluss?“ Da selbst der Geist von Toni nicht sprechen kann, antwortet der mittels Klopfzeichen. Lebende Leiche, Okkultismus und Geisterbeschwörung sorgten für herzhaftes Lachen im Publikum, das auch in diesem Einakter viele kleine Dinge aus dem wahren Leben wiedererkannte.

Das Programm der Mundartfreunde aus Münstereifel entsprach genau den Erwartungen der Besucher, die den sympathischen Darstellern mit viel Beifall für einen vergnüglichen Abend dankten. Ganz sicher werden die Münstereifeler ebenso wie die Mundartfreunde aus dem Jülicher Geschichtsverein weiterhin dem „Volk aufs Maul schauen“. Schließlich „hürt mer jo allerhand, watt die Lück im Dörp verzälle“ und so wird man auch in Zukunft herzerfrischende Programme anbieten, die einfach nur Spaß machen.

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