Kirchberg - Mundart-Nachmittag in der Kirchberger Bürgerhalle

Mundart-Nachmittag in der Kirchberger Bürgerhalle

Von: ptj
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Sketch in Kirchberg: „Oma wit
Sketch in Kirchberg: „Oma witt 80” und verursacht eine Menge Chaos. Foto: Jagodzinska

Kirchberg. „Wellste schmunzele on laache övver lostije on ernste Saache - dann moß de onvürennjenomme am Sonndaach nom Monkartnommedaach komme”. So lautete die Einladung des Kirchberger Vereins „zur Pflege des heimatlichen Brauchtums” zur 9. Auflage des beliebten Mundartnachmittags in der Bürgerhalle.

Wie sehr besonders die ältere Generation an der Pflege ihrer „Mottersprooch” hängt, bewies nicht nur die fast ausverkaufte Veranstaltung: Nelli Schmitz erntete begeisterte „Bravo”-Rufe, als sie als Eisbrecher mit dem Reim von Josef Heinrichs „Oss Mottersproch” deren Wert bekundete.

Opas Asche aus Übersee

Zum fröhlichen Gelächter bis hin zu heftigen Lachkrämpfen reizten alle Beiträge, ob Vorträge oder Sketche. So stellte sich Gabi Reinartz mehr als dümmlich an, als sie sich von Bert Voiss erklären ließ, wie man Krapfen backt. Im letzten Satz zeigte sie sich stolz, das sie damit bereits den vierten Gesprächspartner reingelegt hatte.

Als Klara Germes ein „Pakett” aus Amerika in Empfang nahm, zählte sie begeistert dessen Inhalt auf. Unter den Lebensmitteln befand sich ein nach nichts schmeckendes Pulver ohne Aufkleber, das sie mit reichlich Gewürzen versehen schließlich als Brei servierte. Der erklärende Brief von der Tante aus Amerika hatte Verspätung, in dem sie erklärte, dieses Pulver sei Opas Asche. Er würde gerne in der Heimat bestattet.

Als Herbert Johnen vor dem Fernseher mit Spannung ein Fußballspiel verfolgte, wurde dieses von seiner unbedarften Frau (Margret Vaßen) äußert naiv kommentiert, woran das Fußball erprobte Publikum merklich Spaß hatte. Insgesamt vier Sketche hatten die beliebten Gäste aus Bad Münstereifel im Gepäck, die „Heimatbühne Eifeler Mundartfreunde”, diesmal in kleiner Besetzung: Als „Jschenie” wurde Kalle Leßenich von seiner Frau Helga (Edith Leßenich) so wenig verstanden, dass sie ihn letztendlich in die Zwangsjacke stecken ließ. In „En sündije Famillije” überzeugte Chef Karl Roberz als Pastor, der Frau Brandt (Gertrud Kau) gute Ratschläge gab, ihre Tochter vom sündigen Weg abzubringen.

Eine falsch gedeutete „ Pulle für den Doktor” enthielt in Wirklichkeit den gewünscht Urin, eine aus Geiz nur simulierte Fahrstunde brachte Chaos. Als „zwei Mööde” stellten sich Achim Cormann und Fred Esser, Autor des Beitrags, vor. Selbst zur Zeugung waren sie zu müde, wurden aber gleich wach, als es darum ging, ein Bierchen zu trinken. Übrigens eine gelungene Überleitung zur Pause.

Omas Geburtstag

Fast das ganze Kirchberger Mundartteam bewies im Anschluss ihr schauspielerisches Talent mit dem selbst geschriebenen Stück „Oma witt 80” : Mit Geschenken und Reden machen sich Verwandte und die Ortsvorsteherin auf den Weg ins Altenheim, um Oma zum Geburtstag zu gratulieren. Während diese auf sich warten lässt, wird sogar ein Ständchen eingeprobt. Bis schließlich der Postbote ein Telegramm vorliest, in dem Oma erklärt, sie sei zu alt fürs Feiern. Sie weilte inzwischen mit ihrem Freund auf Mallorca.

Auf besonderen Wunsch glänzte Franz-Josef Linnartz erneut mit seiner herrlich amüsanten „Fronleichnamsprozession”. Elisabeth Wolff gab mit Stefan Schwandorf dem Loriot-Sketch „autofrei” neues Leben und gefiel mit Veronika Loevenich im Sketch „Der Schachtisch”. Während der „ieschte Vorsitzende” Hans Boos auch „et ieschte Woart” hatte, stand dem Vize Johann Ernst natürlich „et letzte Woart” zu.

Traditionell endete die gelungene und viel beklatschte Veranstaltung mit dem „Kirchberger Lied”.
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