Mundart: „Dä Anton ... em Ruhestand“ begeistert alle

Von: ptj
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Bauer Anton (Karl Roberz, r.) will die Energie von Hubert (Kalle Leßenich, auf dem Tisch) wieder zum Fließen bringen. Sohn Toni (Michael Küpper) kann sich vor Lachen kaum halten. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Die Hütte brennt seit 20 Jahren“, freute sich Dezernent Günter Vogel, Leiter der veranstaltenden VHS, in der ausverkauften Stadthalle. Anlass war das Mundarttheaterstück „Dä Anton… em Ruhestand“ mit der „Heimatbühne der Eifeler Mundartfreunde“.

Diese waren von Anfang an dabei bei den so erfolgreichen Veranstaltungen der Mundartfreude des Jülicher Geschichtsvereins in Kooperation mit der VHS. Seit ein paar Jahren ersetzt ein Theaterstück aus der Feder von Karl Roberz, ideenreicher Kopf des Eifeler Teams, die jeweilige Veranstaltung in der Fastenzeit. Da sieht Vogel keinen Widerspruch, denn: „Es darf mit allem gefastet werden, nur nicht mit dem Lachen“.

Traditionell sorgte die siebenköpfige Besetzung mit einem Rollenmix aus Bauernschläue, Missverständnissen, Naivität und Ungeschicklichkeiten für anhaltende Lachkrämpfe. Die Hauptrolle des Dreiakters mit zwei Pausen spielte natürlich Karl Roberz als Bauer Anton, der „gezwungenermaßen“ seinen Hof verfrüht an Sohn Toni (Michael Küpper) und dessen Gattin Lina (Ilsemie Fleischhauer) überschreiben musste – noch bevor er Großvater geworden ist.

Ab dem ersten Tag seines Ruhestandes macht er auf dem Hof keinen Handschlag mehr. Stattdessen besorgt er sich Bücher, etwa über die „Druiden im ahle Britannie“, „Fäng Schui“ oder die Cheopspyramide. Angeblich will er sich weiterbilden, um die Produktivität am Hof zu erhöhen, obwohl einer weniger mitarbeitet.

Die Rechnung geht auf

„Dat is net mie normal“, finden Familie, Nachbarn und der fallsüchtige „Pastuur“ (Martin Otten). Für Ehefrau Anni (Mariele Braun) ist Anton sogar „rief fürs Jeckehuus“. Trotzdem sieht sich das lokale Umfeld gezwungen, Antons neuen Wissensschatz eins zu eins umzusetzen – und sich zwischendurch immer wieder mit einem Klaren zu stärken, sehr zur Freude der Zuschauer. So ist es fortan untersagt, mit dem linken Fuß voran ein Zimmer zu betreten, den Energiefluss zu stoppen oder dienstags Linsensuppe „ze kauche“.

Bevor Anton den Grundstein für eine Pyramide im Hof legt, gelangt per Post die hölzerne germanische Fruchtbarkeitsgöttin „Tankula“ ins Haus und sorgt für aufgeputschte Gemüter. Höhepunkt der Handlung ist im dritten Akt die vermeintliche Dämonenaustreibung durch die nicht mit übermäßiger Intelligenz ausgestatteten Nachbarn Maria (Edith Leßenich) und Hubert (Kalle Leßenich) in wilder Druidengestalt.

Anton geht auf die Knie, in Wirklichkeit hielt er aber die ganze Zeit über die Zügel in der Hand. Sein Ziel war es, auf dem Hof nur noch das zu tun, was ihm beliebt. Die Rechnung geht auf. Sowohl für Anton im Theaterstück als auch für die 200 Kartenerwerber. Sie erlebten einen höchst vergnüglichen Abend und spendeten den Akteuren donnernden Applaus.

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