Aldenhoven - Moschee-Neubau Aldenhoven seit zwei Jahren in der Schwebe

Moschee-Neubau Aldenhoven seit zwei Jahren in der Schwebe

Von: Antonius Wolters
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So sieht der Entwurf des in Aldenhoven geplanten Gotteshauses mit einer Begegnungsstätte für jedermann aus. Zeichnung: IGA, Architekt Günes Foto: Wolters
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Auf diesem Gelände des Türkisch-Islamischen Kulturvereins soll der Neubau die alte Moschee ersetzen. Foto: Wolters

Aldenhoven. Inzwischen sind fast zwei Jahre verstrichen, seitdem der Türkisch-Islamische Kulturverein Aldenhoven seine Pläne für ein neues Kulturzentrum mit Moschee auf seinem Gelände an der Gartenstraße im Aldenhovener Gemeinderat präsentiert hat. Mangels Genehmigung ist indes mit dem Bau bisher noch nicht einmal begonnen worden.

Derzeit scheinen vor allem einige baurechtliche und bürokratische Hürden nicht überwunden worden zu sein.

Rahmi Demirtas, der Vorsitzende des Kulturvereins, hat kürzlich bei der zuständigen Stelle beim Kreis Düren nachgefragt, ob es in Sachen Moschee-Neubau noch offene Fragen gebe. In seiner Antwort schreibt Dipl.-Ing. Ralf Müller vom Amt für Recht und Bauordnung, dass eine positive Bescheidung über den Bauantrag voraussetze, dass die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellt, in dem sowohl die Lärmemissionen als auch die Parkplatzsituation gelöst werden. Der Rat habe aber diesen Beschluss zurückgestellt.

„Daher könnte der Bauantrag derzeit nur abgelehnt werden“, schreibt Müller, der zudem auf Mängel der Bauvorlagen hinweist. Ohne den genannten Bebauungsplan ergebe es jedoch keinen Sinn, weitere Änderungen der Bauvorlagen vorzunehmen.

Nachdem der Gemeinderat im Juli mit 12:11-Stimmen den Bebauungsplan Nr. 70 A „Moschee“ auf Eis gelegt hatte und angeregt wurde, dass sich alle Beteiligten – also der Kulturverein und die Anlieger – an einen Tisch setzen, hat es im November eine Informationsveranstaltung zum Moschee-Neubau gegeben, die allerdings nur wenige Besucher hatte.

Fristverlängerung beim Kreis

„Der Kulturverein hat die Aufgabe, sich zu kümmern“, sieht Bürgermeister Ralf Claßen den Ball bei Demirtas & Co,, denen der Kreis Düren in Sachen Baugenehmigung zwischenzeitlich eine Fristverlängerung gewährt habe. Zudem sei für Januar eine weitere Infoveranstaltung geplant.

„Von der Sache her ist das ein Witz“, kann FWG-Fraktionsvorsitzender Dieter Froning die Grundproblematik nicht nachvollziehen, denn der Kulturverein wolle ja am gleichen Standort die bestehende Moschee lediglich durch einen Neubau ersetzen. Dazu müsse er natürlich eine planerisch belastbare Grundlage liefern.

„Ich habe bisher keine Veränderung in der Sachlage wahrgenommen. Wir harren der Dinge, die da kommen“, äußert sich CDU-Sprecher Georg Krapp abwartend und verweist auf Probleme mit der Parkplatzsituation an der Gartenstraße und möglichen Emissionen aus dem Gebäude. Zudem sei bislang kein Gespräch mit den Anwohnern gesucht worden.

„Ein aktiver Dialog müsste stattfinden“, sieht auch SPD-Fraktionschef Markus Buder den Kulturverein am Zuge, um bestehende Informationsdefizite in der Bevölkerung auszugleichen.

Buder bezeichnet die geplante Moschee mit Begegnungsstätte als „eine Bereicherung des Ortskerns“, der sich dadurch natürlich auch architektonisch verändern würde.

Darin sähe er aber keine Schwierigkeiten, weshalb die SPD-Fraktion dieses Vorhaben unterstütze, zumal zugesichert worden sei, dass im Zuge des Moschee-Neubaus auch zusätzliche Parkplätze geschaffen werden.

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