Mobile Jugendarbeit in Linnich bleibt ein Problemfeld

Von: ojo
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Linnich. „Der Zustand, insbesondere auch für die Ortschaften, ist nicht mehr hinnehmbar.“ Mit Nachdruck machte die SPD im Linnicher Ausschuss für Kultur, Sport, Generationen und Soziales auf ein Vakuum in der Jugendarbeit aufmerksam. Die Stelle der Mobilen Jugendarbeit sei „seit Jahren vakant oder nur kurzzeitig besetzt“. An diese Stelle, angesiedelt bei der evangelische Kirchengemeinde, ist die aufsuchende Jugendarbeit in Linnichs Ortschaften geknüpft. Das Pendant in der zentralen Jugendarbeit ist Urs Brunnengräber, der in Linnich seit Ende 2006 die KOT Skyline der katholischen Martinus-Pfarre leitet.

Die SPD wollte allerdings nicht nur auf einen Zustand aufmerksam machen, sondern bot auch Lösungsvorschläge an bis hin zur Einrichtung einer Jugendarbeitsstelle bei der Stadt.

Letzteres ist allerdings kein gangbarer Weg zu einer positiven Entwicklung, wie Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker erklärte. „Es fehlt schlicht an Bewerbern.“ Unattraktive Arbeitszeiten, geringe Entlohnung und ein weit(läufig)es Aufgabenfeld seien eher abschreckend als verlockend, wie die Bürgermeisterin konkretisierte. Das sei aber kein Linnicher Problem. Auch in anderen Kommunen, etwa in Jülich, weise die Jugendsozialarbeit personelle Lücken auf.

Die Problematik ist generell nicht neu und wird im Arbeitskreis Jugend diskutiert. Wie Marion Schunck-Zenker berichtete, werde überlegt, in die Werbeoffensive zu gehen, um geeignete Bewerber für die Aufgabe der Mobilen Jugendarbeit zu finden. „Wir unterstützen massiv die Träger mit all unseren Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit“, versicherte sie, schloss aber die Übernahme der Mobilen Jugendarbeit mit einem städtischen Jugendsozialarbeiter aus. Das werde im Übrigen auch vom Arbeitskreis Jugend als nicht notwendig bewertet.

Verworfen wurde eine Überlegung, die im Laufe der Diskussion im Ausschuss aufkam. Die sah vor, die Aufgaben des/der Jugendsozialarbeiters/in auf kostengünstigere Kräfte, zum Beispiel Erzieherinnen, und verstärktes ehrenamtliches Engagement zu verteilen. Das käme nicht infrage, sagte die Bürgermeisterin bestimmt. An die Mobilen Jugendarbeit seien bestimmte Standards und Qualifikationen geknüpft. Von denen wolle man keinesfalls abrücken, indem sie aufgeweicht oder verringert würden.

„Opfer“ dieses Anspruches ist eine angehende Jugendsozialarbeiterin, die durchaus willens gewesen wäre, die Mobile Jugendarbeit in den Linnicher Ortschaften zu übernehmen. Sie schließt ihr Studium aber erst in einem Jahr ab und war somit keine Besetzungsoption.

Als flexible Lösung skizzierte die Bürgermeisterin den Einsatz von Praktikanten. In diesem Zusammenhang bedauerte sie den Wegfall des Anerkennungsjahrs in den Bachelor- und Masterstudiengänge, das sich zu früheren Zeiten immer wieder als willkommenes Reservoire an jungen Kräften erwiesen hatte.

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