Mittermaier ist neuer Chef der Zentralbibliothek

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
zentralbibliothekbu
Der neue Leiter der Zentralbibliothek des Forschungszentrums, Dr. Bernhard Mittermaier, hat hier die guten alten Druckwerke im Rücken und das Digitalzeitalter vor der Nase. Foto: Uerlings

Jülich. Die Zentralbibliothek (ZB) des Forschungszentrums Jülich meistert einen schwierigen Spagat. Sie ist die bedächtige Hüterin buchstäblich verstaubter Vergangenheit, muss aber gleichzeitig im Stile einer Nobelkarosse mit quietschenden Reifen auf der Datenautobahn durchstarten.

Mit anderen Worten: Sie archiviert gedruckte und elektronische Informationen, um sie höchst unterschiedlichen Nutzern in der einen oder anderen Form zur Verfügung zu stellen.

37-köpfiges Team

Ab 1. Februar präsentiert sich das 37 Köpfe zählende Team mit neuer Struktur und seit vier Monaten mit einem neuen Leiter. Dr. Bernhard Mittermaier ist der neue Chef, der aus den eigenen Reihen rekrutiert wurde. Seit 2002 arbeitet Mittermaier im Forschungszentrum. Er wurde 2004 Leiter des Benutzerservices der Zentralbibliothek und im Oktober des letzten Jahres Nachfolger von Dr. Raphael Ball als Chef der „ZB”. Ball wechselte als neuer Leiter zur renommierten Universitätsbibliothek Regensburg.

In Jülich wurde nun in der Führungsetage „eine ganze Ebene entfernt”, wie Dr. Mittermaier erklärt - die der Fachbereichsleiter in der hochspezialisierten Bücherei. Das ist auch der Grund der Neuaufstellung: Aus den bisherigen Arbeitsgruppen wurden laut Mittermaier „Teams”, deren Leiter eine höhere Verantwortung tragen als zuvor.

„Wir möchten auch eine etwas stärkere Profilierung der Zentralbibliothek. Zum Beispiel sind vier von sechs Teams zuständig für die Versorgung des Forschungszentrums mit fremder Literatur. Zwei Teams unterstützen bei der Erstellung eigener Literatur.”

Mit einem Sprachendienst und Experten für wissenschaftliche Publikationen ist man am Bedarf der größten deutschen Forschungseinrichtung orientiert. Dr. Mittermaier: „Wir sind wesentlich stärker in der Unterstützung der Forscher als zum Beispiel Universitätsbibliotheken.”

Insgesamt macht es die Bücherei der Forscher ihren Kunden leicht. Über ein elektronisches Bestellformular erfolgt die Lieferung aus FZJ-Beständen oder externen Quellen bis an den Arbeitsplatz. So wurden 2007 von der Zentralbibliothek 18.000 Dokumente bereitgestellt. Noch wesentlich beeindruckender ist die Zahl der Downloads im vergangenen Jahr, denn die Bibliothek stellt 1600 elektronische Zeitschriften und den Zugriff auf diverse Datenbanken zur Verfügung: 400.000-mal saugten die Beschäftigten Dateien von den Servern.

„Die Tendenz ist steigend. Man stelle sich nur vor, diese Kunden wären alle zu uns gekommen”, verdeutlicht der neue Leiter der Zentralbibliothek. Der „körperliche Besuch” gehe zwar zurück, „ich finde ihn mit 85 pro Tag aber immer noch erstaunlich hoch”.

Die Einrichtung im Forschungszentrum beschäftigt 37 Menschen, bei 33 Vollzeitstellen inklusive Auszubildende und Praktikanten. Einen Ausbau des Stellenplans wird es nicht geben, eher „eine Straffung durch Verrentung”, glaubt Dr. Mittermaier.

Um sich auch extern breiter aufzustellen, will der neue Leiter die ohnehin schon starke Vernetzung seiner Einrichtung vorantreiben. Das hat im Bereich der Spezialbibliotheken eine Tradition. Jetzt soll auch die Brücke in Richtung Herzogstadt breiter werden. „Wir verstärken die Kooperation mit der Stadtbücherei und wollen präsenter sein.” Mitarbeiter des Forschungszentrums können zum Beispiel künftig ihre in der Stadtbücherei entliehenen Bücher in der Zentralbibliothek abgeben - und umgekehrt. Die erfolgreiche Leo-Brandt-Ausstellung wandert demnächst in die Stadtbücherei und dürfte dann um einen wichtigen Kommunalpolitiker erweitert werden, der bei der Ansiedlung des Forschungszentrums die Stränge gezogen hat: Landrat Wilhelm Johnen.

Und wenn sich im Oktober alle Jülicher Büchereien vorstellen, wird die „ZB” nicht fehlen. Der neue Chef hat schon mit vielen Institutsleitern im Stetternicher Forst gesprochen. Dr. Mittermaiers Fazit: „Unsere Bibliothek als Ort ist wichtig - auch als Kommunikationszentrum. Sie wäre theoretisch im elektronischen Zeitalter auch ohne Räume denkbar. Das empfinden die meisten aber als Verlust.”

1600 Zeitschriften und 150.000 Bücher

Eine der Stärken der Zentralbibliothek ist das Know-how der Mitarbeiter in der Szene der Wissenschaftszeitschriften. „Wir können Empfehlungen aussprechen - auch wenn es darum geht, in welcher Zeitschrift Ergebnisse das größere Publikum haben”, sagt Dr. Bernhard Mittermaier.

Aber auch, wer sucht, wird sicher etwas finden: 1600 Zeitschriften stehen im Volltext digital zur Verfügung. Über die Zeitschriftenbibliothek Regensburg ist der Zugriff auf 20.000 weitere Titel möglich.

In der ZB und den Institutsbibliotheken stehen in gedruckter Form 150.000 Bücher, 500.000 Reports und 230 Zeitschriften zur Verfügung.

Die Einrichtung wurde 1958 gegründet und zog 1961 auf den Campus des Forschungszentrums Jülich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert