Titz/Alt-Kaster - Mittelalter-Krimi: Untote und Intrigen in der Jülicher Grafschaft

Mittelalter-Krimi: Untote und Intrigen in der Jülicher Grafschaft

Letzte Aktualisierung:
9676939.jpg
Dennis Vlaminck präsentiert seinen neuen Krimi aus dem Mittelalter vor der ehemaligen Burg des Grafen von Jülich: „Das schwarze Sakrament“ ist im Emons-Verlag erschienen. Foto: Mengel-Driefert Bild Dennis Vlaminck präsentiert seinen neuen Krimi aus dem Mittelalter in Alt-Kaster auf ehemaligen Jülicher Herrschaftsgebiet: „Das schwarze Sakrament“ ist im Emons-Verlag erschienen. Foto: Mengel-Driefert

Titz/Alt-Kaster. „Wo ist das Verbrechen geschehen? Diesseits oder jenseits des Flusses?“, fragt Büttel Konstantin den Erzbischof von Köln, der ihm zuvor den Auftrag erteilte, den Tod von 26 Leichen in Mündt aufzuklären. Bei dem Fluss handelt es sich um die Erft, die im Mittelalter eine natürliche Grenze zwischen Jülicher Land und Kölner Hoheitsgebiet darstellte.

Hier in diesem Grenzgebiet, zwischen dem kleinen Ort Mündt in der heutigen Gemeinde Titz und Alt-Kaster in Bedburg rankt sich der neue Mittelalter-Krimi „Das schwarze Sakrament“ von Dennis Vlaminck. Einer der Hauptschauplätze, Alt-Kaster, gehörte seinerzeit zu Jülicher Herrschaftsgebiet. Den kleinen Ort Mündt macht Vlaminck zum Fundort der Leichen. Der gebürtige Jülicher Dennis Vlaminck ist ortskundig. Er lebt in Bedburg. Einen Bezug zu Mündt hat er, da seine Großmutter hier ihr Leben verbrachte, und ihr widmet er, nach Reliqiuiem und Domfeuer, sein drittes Buch.

Die Toten werden auch in der Mündter Dorfkirche gefunden, mysteriöserweise zeigten sie keine äußeren Verletzungen. Gerüchte besagen, dass sogenannte Untote – Neuntöter genannt/im Roman sind das kürzlich ertrunkene Kinder – ihre Familien umgebracht hätten. Um den Fall aufzuklären, schickt der Kölner Erzbischof Büttel Konstantin. Er übernimmt die Rolle des Kommissars im Roman. Vlamincks Bücher zeichnen sich durch Spannung und große Erzählkunst aus. Seine frei erfundenen schaurigen Geschichten bettet er in die Zeit des Mittelalters. Der ortskundige Leser ist nicht nur von der Handlung gefesselt, sondern erfährt nebenbei einiges aus der Geschichte seiner Heimat.

Zum Beispiel über die Auseinandersetzungen zwischen dem Kölner Erzbischof und dem Grafen von Jülich. Auch wenn der im Roman geschilderte Kampf um Kaster in dieser Form nicht stattgefunden habe, so muss sich Graf Wilhelm IV. doch immer wieder mit Köln angelegt haben, schildert Vlaminck im Gespräch.

Auch der Irmundusweiher, unweit von Mündt auf dem Hahner Hof zwischen Jackerath und Kirchherten, ist ein zentraler Ort. Der Weiher galt lange als Wallfahrtsort, auch heute berge er noch Geheimnisse, da er nie trockengefallen sei, obwohl der Bergbaubetreibende in der Region das Grundwasser mehrere hundert Meter tief abgesenkt hat... Dennis Vlaminck bedient sich rheinischer Sagengestalten, setzt sie gekonnt in den Erzählstrang ein. Nachzehrer und Neuntöter seien Verwandte der Vampire, verbreiteten Angst und Furcht im Mittelalter, der Aberglaube stand im Gegensatz zum kirchlichen Glauben.

Ein Untoter um 1800 in Altdorf?

In seinem Nachwort weist der Autor auf einen vermeintlichen Nachzehrer im heute umgesiedelten Altdorf hin. So sollen die Bewohner um 1800 einen Toten für das Ableben vieler Dorfbewohner verantwortlich gemacht haben, sie hätten ihn aus seinem Grab geholt und geköpft.

Vlaminck studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften, arbeitet als freier Journalist und Autor. Seine Bücher erscheinen im Emons Verlag. „Das schwarze Sakrament“ hat die ISBN 978-3-95451-453-3.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert