Körrenzig - Mitreißende Klezmermusik in der Alten Kirche Körrenzig

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Mitreißende Klezmermusik in der Alten Kirche Körrenzig

Von: Hilde Viehöver-Emde
Letzte Aktualisierung:
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Die facettenreiche Klezmermusik wurde beim Konzert in der Alten Krche instrumental und vom Chor nahe gebracht. Foto: Emde

Körrenzig. Die Alte Kirche in Körrenzig bot die richtige Mischung aus geistlichem Raum und perfektem Ambiente für das Konzert aus der Reihe „Kultur in der Alten Kirche“, das ganz der Klezmermusik gewidmet war.

Die Konzertreihe des „Vereins zur Rettung der Alten Kirche in Körrenzig“ ist weit über die Grenzen des Kreises bekannt. Steht sie doch für musikalische Events der besonderen Art und Qualität.

Bernd Zähe, der als Vorstandsmitglied das Publikum begrüßte, vertrat diesen Verein, der sich ganz der Erhaltung dieses geschichtsträchtigen sakralen Gebäudes gewidmet hat. Dem Verein ist es ein Anliegen, den Raum mit Leben zu füllen. Der Zuhörer kann sich dem schlichten Charme dieses Gebäudes nicht entziehen und zudem dessen ausgezeichnete Akustik gerade bei den musikalischen Aufführungen genießen.

Jiddische Sprache vermittelt

Horst Couson, der Saxophonist und Klarinettist des Ensembles „Shpil, Klezmer, shpil“, führte charmant und lebhaft durch das Programm und brachten den Zuhörern den Geist der Klezmermusik, der jiddischen Sprache und die Intention nahe, die den Texten und Kompositionen inne liegt.

Der freie Gesang der Stimmen des „Shalom Chores“ zu Beginn und die Instrumente verschmolzen zu einer Einheit, die Klarinette führte sie zu einer Melodie zusammen. Fröhlich stimmte das Publikum in den Gesang ein und fand wie selbstverständlich zu Rhythmus und Geist der Musik.

Der Chor interpretierte die Texte lebhaft und ausdrucksstark. Die Stimmen waren ausgewogen, gesanglich perfekt. Trotzdem blieb die Natürlichkeit des Gesanges erhalten und berührte gerade bei dieser Chorliteratur besonders. Deutlich war das Engagement der Sängerinnen und Sänger spürbar.

Stücke oft leicht verjazzt

Lebensfreude, Unbeschwertheit und Fröhlichkeit sprach aus vielen Liedern, die musikalisch oft leicht verjazzt daherkamen. Aber bei den sehr flexiblen Instrumentalisten bot sich dies an.

Klarinette schluchzt und jubiliert

Horst Couson ließ seine Klarinette jauchzen, schluchzen und jubilieren. Johannes Goedeke an der Rhythmusgitarre und Stefan Wershoven am E-Bass waren die stabilisierenden, ausgleichenden Elemente, technisch präzise und klanglich perfekt musizierend. Johannes Bahners am Schlagzeug trug den wichtigen Rhythmuspart je nach Musikstück sehr ausgeglichen, perfekt im Wechsel von starker und dezenter Interpretation. Olexandr Shneyder brillierte künstlerisch perfekt und ist durchaus mit den ganz großen Sologitarristen auf eine Stufe zu stellen.

Die Bedeutung der Klezmermusik in der Geschichte wurde deutlich, der Geist der ihr eigenen Kultur war zu spüren. Die Mentalität, die in der Musik facettenreich Besinnlichkeit, Ernst, Trauer, Freude und Glück ausdrücken kann, hat ihre zeitlose Botschaft und den immer präsenten Wunsch nach Frieden.

Singen, tanzen, musizieren kann Ausdruck jeder Befindlichkeit sein. Diese Erfahrung machten die Zuhörer bei diesem Konzert.

Heimliche Nationalhymne

Berührend war die „heimliche Nationalhymne Israels“ Yerushalayim, bei der sich das Publikum dem Chor mit großem Stimmvolumen anschloss, ebenso wie das Klagelied aus dem Warschauer Ghetto „Dos Kelbl“, „hättest Du doch Flügel,Kälbchen..“.

Große Bedeutung hatte dieses Lied sicherlich auch an diesem Ort, da Linnich vor dem Krieg über besonders viele jüdische Einwohner verfügte.

Passt perfekt in eine Kirche

Pastor Stefan Bäuerle fasste den Geist des Konzertes in seinen Schlussworten passend zusammen. Klezmermusik und Texte passen perfekt in eine katholische Kirche, Sanctus – Qadosch beinhalten unabhängig von Religion das Gotteslob. „Gemeinsam gehen“ ist der Kern des Friedens.

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