Mitgliederversammlung: Baustellen und Perspektiven der Grünen

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Sonja Bischoff, Christoph Barzen, Gertrud Krichel und Jürgen Rickleffs (v.l.) bilden den Vorstand des Linnicher Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Jonel

Linnich. Zwei große P‘s beherrschten die Mitgliederversammlung des Linnicher Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen: Personal und Programm. Beides wird schon in einem halben Jahr maßgeblich bestimmend sein für die Zukunft der Grünen in der nördlichsten Stadt des Kreises Düren.

Sowohl personell als auch programmatisch haben die Linnicher Grünen noch einiges vor der Brust. In dieser Hinsicht ist der Parteivorstand ein Bereich ohne Brisanz. Entsprechend unspektakulär vollzog sich die Vorstandswahl. Christoph Barzen als Vorsitzender, Sonja Bischoff als Stellvertreterin, Jürgen Rickleffs als Kassierer und Beisitzerin Gertrud Krichel wurden einstimmig gewählt.

Aber schon in dem kurzen Rückblick von Christoph Barzen und auch in dem perspektivischen Zukunftsblick von Cato Hilfert, Vorsitzender der Ratsfraktion, wurde deutlich, dass die Linnicher Grünen nicht zuletzt vor einem Generationswechsel stehen. „Ich werde nur noch eine halbe Wahlperiode machen“, zog Hilfert seine persönliche Ziellinie. Auch für seinen Stellvertreter in der Ratsfraktion, Barzen, ist spätestens nach der kommenden Legislaturperiode Schluss. Sonja Bischoff soll für Hilfert nachrücken. Sollten die Grünen allerdings bei der Kommunalwahl drei Mandate im Rat erobern, wäre sie von Beginn an „gesetzt“.

Dass es hinter der Spitze personell dünn wird, führt zu einer verschärften Mitgliederwerbung, die die Ortsverbandsversammlung zu einer Schwerpunktaufgabe erhob. Wie man dieses Eisen anpackt und schmiedet, soll gegebenenfalls in einer Klausurtagung konkretisiert werden. Wie notwendig Zuwachs ist, verdeutlichte der Hinweis auf die mit grünen Kandidaten zu besetzenden Wahlbezirke. „Wir brauchen 16 Leute“, sagte Barzen. Nach Hilferts Rechnung könnte die Grünen von zwölf „Gesetzten“ ausgehen. Wichtig wäre es, vor allem auf den Dörfern, „wo wir Stimmen kriegen, aber keine Leute haben“, Gesicht zu zeigen.

Dass sich die Arbeit auch in einer kleinen Fraktion lohnt und sie Früchte trägt, machten Barzen und Hilfert an der Erfüllung des Wahlprogramms von 2009 fest. Sanierung es Hallenbades Abgeschlossen, Gesamtschule zumindest angestoßene, ebenfalls das Großprojekt Stadtentwicklung rund um de Stadthalle. In einem Rat, in dem seit der Auflösung der Kooperation von SPD, PKL und Grünen wechselnde Mehrheiten herrschen, „haben wir unseren Part als kleine Fraktion recht ordentlich gemacht“, bilanzierte Hilfert.

Kritischer fiel sein Blick in die Zukunft aus. Aus der Parteibrille betrachtet, könnte es zwar ruhig so weitergehen wie bisher. Aber die Stadt brauche mehr. „Linnich braucht einen Neuanfang“, forderte Hilfert und griff auf schon vor Jahren postulierte grüne Positionen zurück: eine „aktive politisch Führung mit klaren Zielvorstellungen für unsere weitere Entwicklung“, mit klaren Vostellungen, wie diese umgesetzt werden könnten und mit der Bereitschaft zu einer breiten Bürgerbeteiligung.

Hilfert griff einen Gedanken aus dem Gutachten zur Organisation der Verwaltung auf. Darin habe der Gutachter ein strategisches Leitbild „Linnich 2020/2025“ angeregt. Das könnten die Grünen aufgreifen und zu einer „der zentralen Forderungen unserer anstehenden Wahlproblematik“ erheben.

Die beiden P‘s wollen die Grünen möglichst bald klären. Ende Januar 2014 fasste die Versammlung ins Auge, um sich das Rüstzeug zur Kommunalwahl zumindest bereit zu legen. Eine Antwort auf die Frage, ob das schlechteste grüne Ergebnis in Linnich jüngst bei der Bundestagswahl nur auf den Bund beschränkt bleibt, gibt es erst am 25. Mai.

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