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Mit „Lügenteppich“ in Aldenhoven Zeichen gesetzt

Von: ahw
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Ein Teppich aus Lügen, Parolen und rechten Symbolen empfing die Rathausbesucher.

Aldenhoven. Wer am Donnerstag die Sitzung des Aldenhovener Gemeinderates im Rathaus besuchen wollte, musste zunächst über einen knapp 30 Meter langen „Lügenteppich“ laufen, auf den Mitglieder des Aldenhovener Jugendrates Lügen, rechte Parolen und Symbole gepinselt hatten.

Bürgermeister Ralf Claßen begrüßte vor dem Eintritt in die Tagesordnung das „wichtige Projekt Der falsche Weg“, das auch dazu anrege, sich Gedanken über Politik zu machen. „Es geht um Extreme“, sollten auch Wahlpropaganda und oft leichtfertig gesagte Sprüche unter die Lupe genommen werden. Bewusst sei mit Jugendlichen gearbeitet worden, im konkreten Fall waren das die Mitglieder des Aldenhovener Jugendrates, die erkennen sollten, was sie beim Begehen des Lügenteppichs mit Füßen treten, beispielsweise Symbole des Dritten Reichs.

Der Aldenhovener Künstler Karl Heinz Schumacher (KHS), der das Kreativprojekt konzipiert und begleitet hat, dankte allen Beteiligten für das Interesse. Um den Lügenteppich ein wenig zu verlängern, hatte KHS noch ein paar prägnante Symbole und das Konterfei von Donald Trump ergänzt. „Ohne die jungen Leute hätte ich alleine gestanden“, galt sein Dank insbesondere dem Jugendrat und der „Patin“ Yasemine Ari aus der Gemeindeverwaltung, die sich bei der Aktion sehr ins Zeug gelegt und mit Tatkraft auf die Beine gestellt hatten.

Unwahrheiten – Neudeutsch: „Fake News“ – „gibt es seit Adam und Eva“, sagte Schumacher. Inzwischen gebe es sogar eigene Unternehmen, die sich komplett auf die Produktion von Fake News spezialisiert hätten. Die dienten dazu, die Menschen zu verführen und für eigene Ziele zu manipulieren. Er wolle mit seiner Kunstaktion „Der falsche Weg“ die Jugendlichen sensibilisieren, Meldungen kritisch zu hinterfragen, die ihnen aus welchen Quellen auch immer zugetragen worden sind.

Jan Bosch, der Vorsitzender des Aldenhovener Jugendrates ist, dankte dafür, dass die Organisation an der Kreativaktion teilnehmen durfte. „Uns war wichtig, ein Zeichen zu setzen“, sagte Bosch, der sich jetzt schon auf die Teilnahme an weiteren Projekten mit der gleichen Zielrichtung freut.

Und was geschieht nun mit dem „Lügenteppich“, den KHS fein säuberlich im Rathaus aufgeklebt hatte, damit er nicht zur Stolperfalle wird? „Der landet danach auf dem Müll – da gehört er auch hin“, kündigte der Künstler an.

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