Mit Geige und Gitarre: „Claudsky Duo“ überwindet Grenzen

Von: ptj
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Das „Claudsky Duo“ brilliert im Hauskonzert im Jülicher Gitarrenstudio Six and Four. Foto: Jagodzinska

Jülich. Tango, Mazurka, Jazz, Folk und Klezmer harmonierten in einem ausgezeichneten Hauskonzert mit dem „Claudsky Duo“ im „Six and Four“ Gitarrenstudio in Jülich. Das Duo besteht aus den renommierten Musikern Krzysztof Pelech und Sebastian Reimann.

Ersterer ist ein polnischer Virtuose der klassischen Gitarre, „der alle Kontinente bereist“, letzterer ein deutscher Meister der Violine. Kennengelernt haben sie sich vor sieben Jahren und seitdem rund 80 Konzerte veranstaltet.

Namensfindung

Der Name „Claudsky“ entstand in Verbindung mit dem zweiten Vornamen Reimanns, nämlich Claude, und der typisch polnischen Namensendung „sky“, wie Reimann bei seiner Anmoderation bemerkte. Mit „Amasia“, ein Stück mit Klezmer-Elementen aus der Feder des französischen Gitarristen und Komponisten Laurent Boutros, startete das Duo sein Konzert der harmonischen Klänge.

Ein bisschen improvisieren

Beim modern angehauchten brasilianischen „Menino“ (portugiesisch: Junge) von Sergio Assad und von diesem ausdrücklich autorisiert, „darf man auch ein bisschen improvisieren“, wie Reimann es ausdrückte. Subtil und nuanciert solierte nun Pelech mit seiner australischen John Price-Gitarre bei den folgenden beiden Stücken: Der „Mazurka“ aus der Feder des polnisch-französischen Komponisten Alexander Tansman und der Folk-Melodie „Danza del altiplano“ (Tanz vom Plateau) des kubanischen Gitarrenkomponisten Leo Brouwer.

Die Entstehung

In der „Histoire de tango“ erzählt Astor Piazzolla, Begründer des Tango Nuevo, musikalisch die Geschichte der Entstehung und der Weiterentwicklung des Tango – und mit ihm verdeutlichte sie Reimann seinem Publikum. Das Duo spielte die ersten drei Sätze der „Histoire“: „Bordel 1900“, die fröhliche Musik, die in Bordellen getanzt wurde. „Café 1930“, den romantischer werdenden Tango als Musik, die in den Cafés angehört wurde und „Nightclub 1960“.

Als Musik der Nightclubs erfuhr der Tango hier eine tiefe Veränderung bestimmter Formen des alten Tango. Mit „Nada“ von José Dames spielten die Saiten-Virtuosen nicht etwa „nichts“, was der Titel verheißt, sondern ein sehr poetisches Stück, das über die nicht mehr einholbare Vergangenheit reflektiert und sich dazu eignet, es mit geschlossenen Augen zu genießen. Wunderschön anzuhören war auch das romantische „Miss you like crazy“ des amerikanischen Fingerstyle-Gitarristen Pat Kirtley.

Ein schöner Abschluss des offiziellen Teils war der bewegende und lebendige „Libertango“, eines der berühmtesten Stücke von Astor Piazzolla. Neugierig macht hier die neue CD von Krzysztof Pelech mit dem Titel „Not alone“, auf der auch die Stücke „Libertango“ und „Miss you like crazy“ in der Besetzung Pelech/Reimann mit dem deutschen Jazzgitarristen Joscho Stephan zu hören sind.

Die Gastgeber und Inhaber des Gitarrenstudios, Mareike Herrmann und Hajo Hintzen, veranstalten solcherlei Hauskonzerte im kleinerem Rahmen gegen freiwillige Spenden ein- bis zweimal im Jahr. Hintzen spielt im Übrigen gemeinsam mit Reimann und Dieter Ogrzewalla im Trio „Strings are changing“, daher die Verbindung zum „Claudsky Duo“.

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