Jülich - Mit einfacher Requisite entsteht eine zauberhafte Atmosphäre

Mit einfacher Requisite entsteht eine zauberhafte Atmosphäre

Von: mavo
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Mit dem Zauber des Schattenspiels verwandelt Karin Schmitt vom Theaterensemble „Die Exen“ ihr außergewöhnliches Bühnenbild in fantasievolle Welten. Foto: mavo

Jülich. Ein Schattenspiel für die jüngsten Zuschauer mit dem Titel „Sterntaler“ wurde für Januar als „Kindertheater des Monats“ ausgewählt und gastierte mit zwei Vorstellungen auch im Jülicher Kulturbahnhof. Das Bühnenspiel gehört zum Repertoire des Ensembles freischaffender Puppenspielerinnen „Die Exen“. Seit rund 14 Jahren bilden vier Ex(en)-Studentinnen der Hochschule für Schauspiel „Ernst Busch“ in Berlin das in unterschiedlichen Konstellationen auftretende Tourneetheater.

In einem Soloauftritt von Karin Schmitt wird hier frei nach dem Märchen der Brüder Grimm ein offenes Schattenspiel präsentiert, das mit wenigen recht einfachen Requisiten eine zauberhafte Atmosphäre kreiert. Das auf wenigen Quadratmetern aufgebaute Bühnenbild erinnert den Zuschauer im ersten Moment an eine altertümliche Vorstellung vom Zeitvehikel, gepaart mit ultramodernem Schlagzeug. Nachdem das Licht ausgeht, die Künstlerin ihren zentralen Platz einnimmt und die ersten Worte „Es war einmal…“ spricht, verändert sich alles.

Fantasievolle Schattenbilder

Auf der kleinen Leinwand entstehen fantasievolle Schattenwelten, die die kleine Stella auf ihrer langen Reise bis zum „Ende aller Wege“ beschreitet. Mit einem Lichtprojektor und einem alten Plattenspieler, der als Drehbühne für die wechselnde Schattenkulisse dient, werden die kleinen Zuschauer mit auf die Wanderung genommen. Ab dem ersten Moment von den fantasievollen Bildern gefesselt, erleben sie die Abenteuer des verwaisten, obdachlosen Mädchens. Die Erzählung bietet wenig Freiraum für ausgelassene Lacher im Publikum. „Sterntaler“ ist ein Märchen über das selbstlose Teilen mit anderen, auch wenn man kaum etwas besitzt.

Es ist eine Vorstellung, die einen für die Nöte von Mitmenschen sensibilisiert. Menschen, die manchmal eine Hilfe noch dringender brauchen als wir selbst. Eine Geschichte darüber, dass ein solches Verhalten zuweilen mehrfach belohnt wird. Weniger mit Humor als mit poetischen Bildern gelingt es Silke Schmitt, die Kinder in der Schatten-Zauberwelt zu bannen. Mit ihren „magischen“ Händen formt sie eine ganze Tierwelt des Waldes, ein Hund und ein Hase liefern sich in ländlicher Kulisse eine spannende Verfolgungsjagd.

Schattenhund macht Eindruck

Die einzige Puppe „Stella“ begegnet immer neuen Menschengestalten und deren Schicksalen, plastisch von der Künstlerin dargestellt. Die Kinder im Publikum verfolgen die Geschehnisse ruhig und konzentriert. Konzentriert, aber nicht teilnahmslos. Die neu erscheinenden Schattenfiguren werden von der Zuschauerschar jedes Mal blitzschnell erkannt und laut benannt. So auch in der in das Märchen eingebetteten Geschichte von Gottes Welterschaffung und dem Rotkehlchen, das beinahe für immer matt-rot geblieben wäre.

Das Theaterpublikum bei der Frühvorstellung setzte sich vorwiegend aus den Kindergartenkindern zusammen. Vertreten waren die Kindergärten „Rappelkiste“ aus Jackerath, „Regenbogen“ und „Haus für Kinder“ aus Aldenhoven sowie das Familienzentrum in Niederzier. Bei den meisten kleinen Zuschauern hinterließ der expressiv dargestellte Schattenhund einen bleibenden Eindruck. Die Schattenspinne rief einen gebührenden Respekt hervor, und die spontanen Versuche, einen fliegenden Schattenvogel nachzumachen, sind schon mal sehr gut gelungen.

Ein zum Schluss des Bühnenspiels einsetzender Applaus war ein Zeichen der Anerkennung für die Künstlerin und einer spürbaren Erleichterung, dass das arme Mädchen am Ende doch noch glücklich und für ihr Leben versorgt wurde.

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