Inden/Altdorf - Mit einer Fusion die Spätfolgen der Zersiedlung bekämpfen

Mit einer Fusion die Spätfolgen der Zersiedlung bekämpfen

Von: ptj
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Inden/Altdorf. Nach fast 90-jähriger Tradition mit eigenständiger Geschichte haben sich der Spielmannszug Inden 1922 und das Trommlercorps „Blau-Weiß” Altdorf 1923 aufgelöst, um den Weg in die Zukunft gemeinsam zu gehen.

Spielmannszug „Blau-Weiß” 1922/23 Inden Altdorf heißt der neu gegründete Verein, der bereits seit zwei Jahren konkrete Gespräche zur Zusammenlegung führt und seit eineinhalb Jahren jeden Montag gemeinsam probt.

Die Altorte

Kein Grund also „in Ehrfurcht zu erstarren”, wie es der neu gewählte Vorsitzende Manfred Möß ausdrückte. Spätfolgen der Abbaggerung der Altorte Inden und Altdorf und die damit verbundene Zersiedlung wurden als Hauptgrund für die abnehmende Spielfähigkeit der beiden Corps genannt. Natürlich sind mit dem Zusammenschluss nicht gleich alle Probleme gelöst, so will man sich im Team unter anderem dem Nachwuchsthema annehmen und verstärkt Werbung betreiben.

Auffallende Einstimmigkeit zeichnete die Gründungsversammlung im Pfarrheim Inden/Altdorf aus, nachdem die Türen nach den separaten Vereinsauflösungen weit geöffnet wurden und sich 25 Mitglieder an einen Tisch setzten. Einstimmig wählten sie Heinz-Hubert Freyaldenhoven zum Versammlungsleiter, genauso einmütig bestimmten sie den geschäftsführenden Vorstand: Manfred Möß zum Vorsitzenden, Benno Klafke zum Geschäftsführer und Herbert Schmitz zum Kassierer.

Weitere sechs Personen gehören dem Vorstand an: Die Korpsführer Rolf Breuer und Günter Danker, Ausbilder Christoph Reinartz und die Beisitzer Marion Janisch, Sandra Klafke und Werner Zündorf. Auf Wunsch des Vorstands wurde der erste Wahlgang separat getätigt, wollte man sich auf diesem Weg mindestens ein weibliches Vorstandsmitglied sichern.

Zu Kassenprüfern wurden Kurt Freialdenhoven und Stefan Janisch bestimmt, die „nicht dem Vorstand angehören dürfen”. Stolze 12635,60 Euro dienen nach Zusammenlegung der Kassenbestände beider ehemaliger Vereine als „tolles Polster”. Laut Satzung besteht der Vereinszweck darin, „die Marsch- und Unterhaltungsmusik zu pflegen”, wobei der Jugendarbeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden soll.

Oberster Grundsatz ist die „religiöse und parteipolitische Neutralität”. So ist die Mitgliedschaft unbeschränkt, auch wird in dem neuen Verein keine Altersgrenze gesetzt.

Mitglieder sind verpflichtet, Übungsstunden und Auftritt genau einzuhalten und bei Austreten aus dem aktiven Bereich Instrumente und Uniformen in gutem Zustand abzugeben.

Aktive Mitglieder und Ehrenmitglieder werden vom Beitrag befreit, für die inaktive Mitgliedschaft wird auf der Mitgliederversammlung ein Beitrag festgelegt. Man einigte sich zunächst auf 12 Euro jährlich.

Bei eventueller Auflösung wird das Vereinsvermögen dem Förderverein der Stephanusschule für geistig Behinderte in Selgersdorf überwiesen. Ein Detail aus dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes” ist erwähnenswert: Da die Zusammenlegung der Musikantenzüge eine „Konsequenz aus der Umsiedlung ist”, will man den Bergbautreibenden „in die Pflicht nehmen”, etwa bei der Anschaffung neuer Uniformen.

Einen ersten gemeinsamen Termin hat der Spielmannszug „Blau-Weiß” bereits gefunden: die gemeinsame Jahresabschlussfeier im evangelischen Pfarrheim im November. Die ist allerdings nach der gelungenen gemeinsamen Vorjahresfeier auch keine Premiere.
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